Dass man eine Landfläche von fast 600.000 km² als Halbinsel bezeichnet, finde ich schon komisch, aber so lautet die Bezeichnung halt und nachdem wir
nicht nur Spanien, sondern auch Portugal bereisen, kriegt diese Reise den Namen
Iberische Halbinsel.
Nachdem ich bei 62.557 km (fast) vollgetankt
habe, gelingt es uns, um 10:55 h unsere Reise mit einen Kilometer mehr
am Tacho zu starten.
Es geht über die Autobahn nach Udine und
weiter über Verona. Bis Verona waren fast keine Lkws wahrzunehmen. Vielleicht
gilt in Italien unmittelbar nach Ostern ein verlängertes Fahrverbot für sie.
Danach sind sie zahlreich wie üblich und wir
kämpfen uns voran, bis wir um 16:40 h mit 63.001 km den Stellplatz erreichen,
den ich ausgesucht habe. Das eingezäunte Gelände eines Wohnmobilhändlers oder
so ähnlich, auf alle Fälle Firmengelände. € 20,-- inklusive Stromanschluß. Ein
Ristorante gleich nebenan. Tor mit Code. Nach der Abendpizza machen wir einen
Spaziergang ins Dorf San Gervasio Bresciano. Wie ausgestorben. Die einzigen
Menschen, die man auf der Straße sieht, sind Neger, davon gibt’s aber einige.
Mittwoch 08.04.2026
Nach ausgezeichnetem Schlaf brechen wir um
09:20 h auf. Bei einer automatischen Eni-Tankstelle am Ortsrand von Cremona
tanke ich bei 63.025 km 48,1 l Diesel um € 100,--, mehr gibt der Automat nicht
her. Wieder ist der Tank fast voll.
Um 10:45 h erreichen wir die gesuchte Werkstätte „autofficinamax“, die Klimaanlagenservice ohne Terminvereinbarung anbietet. Leider verteilt sich die total in der Innenstadt gelegene Werkstatt auf drei Eingänge eines historischen Gebäudes und die Tore sind viel zu niedrig für das Wohnmobil. Der freundliche Mitarbeiter, der die ankommenden Kunden empfängt, rät uns, es bei „Norauto“ zu versuchen. Um 10:50h finden wir die nicht ganz einfach zu entdeckende Firma im Industriegebiet. Si, si, sie machen es. Una hora!
Tatsächlich dauert die ganze Prozedur inklusive Zahlung im ufficio nur 10 Minuten länger. Um 12:00 h geht‘s weiter. Die Klimaanlage stellt wieder saukalte Luft zur Verfügung. Durch die Berge schlängeln wir uns ans Meer. Um 13:05 h überqueren wir bei 63.142 km den 45. Breitengrad, der wie beim kroatischen Senj mit einer großen Tafel markiert ist.Um 16:30 h erreichen wir mit 63.379 km das
Camp Vallecrosia. Vor dem Abendessen geht sich noch ein Spaziergang nach
Ventimiglia aus.
Freitag, 10.04.2026.
Nach Aufbruch um 10:15 h tanke ich wieder bei einer automatischen Eni wieder um € 100,-- wieder nicht voll, aber 46,97 l sind’s auch. Vorbei an Nizza und Cannes ist der Verkehr enorm, die vielen französischen Mautstellen nerven, vor allem, weil viele Durchfahrten mit einer Höhenbegrenzung von ca. 1,7 m ausgestattet sind und von den restlichen manche nur Fahrzeuge mit vorfinanziertem Telepass akzeptieren. Prompt erwische ich eine solche und muß dann reversieren und auch den spanischen Sattelschlepper hinter mir dazu zwingen. Nach Cannes wird der Verkehr aufgelockerter und auch die Häufigkeit der Mautstellen nimmt ab. Schließlich erreichen wir mit 63.602 km um 14:45 h den City Camping in Aix en Provence. Der Platz ist ganz nach unserem Geschmack. Viele Bäume, terrassenförmig einen Hang hinauf mit unregelmäßig abgegrenzten Parzellen. In nur wenigen hundert Metern Entfernung gibt’s eine Bushaltestelle, der Bus bringt uns bis an den Rand der Altstadt von Aix. Gleich geht’s den Boulevard du Roi Rene hinunter, auf dem sich ein Lokal neben das andere reiht. Die Gastgärten sind voll.
Obwohl von den 170.000 Einwohnern 40.000 Studenten an der Universität von Aix sind, ist das Publikum der Gastgärten gut zur Hälfte aus Menschen unseres Alters bestehend. Genau am Rathausplatz beschließen wir, etwas zu trinken. Unter einem stattlichen Ahornbaum, dessen Wurzelstock auf Erdbodenniveau 2,3 m durchmisst, bekommen wir ein Bier und ein Cola um € 20,-- serviert. Ebenso stattliches Preisniveau! Dafür sind die Pizzen und Getränke beim food truck des Campingplatzes günstig.Samstag 11.04.2026
Um 10:00 h brechen wir auf, bezahlt habe ich
ja schon gestern.
Um 14:20 h bei 63.938 km überfahren wir die
Grenze nach Spanien!
In LLanca tanke ich das erste Mal auf dieser
Reise voll. 78,38 l Diesel gehen in den Tank und kosten € 147,28. Es geht also
doch anders als mit der sogenannten Spritpreisbremse unserer Idiotenregierung.
Um 15:40 h finden wir, nachdem wir ein
bißchen herumgegurkt sind, den Campingplatz L’Arola in Port de la Selva. Der
Tacho zeigt 63.995 km.
Die Zeit reicht noch für einen kurzen
Spaziergang in den Ort und zurück. Das Abendessen wollen wir im Restaurant
L’Encesa einnehmen, das uns ein Belgier empfohlen hat. Leider ist es komplett
ausgebucht. Manana? Ebenfalls ausgebucht. Also kalte Küche im Wohnmobil, dann
gehen wir schlafen.
Am nächsten Tag geht es wieder in den Ort, wir besichtigen die Kirche, die außen komplett alt aussieht, innen ist der nördliche Teil des Schiffes auch alt, der südliche mit dem Altar wurde aber höchst modern – auch vom Design her – renoviert. Große dunkle Gesteinsplatten an der Decke und sehr moderne Malereien und auch ein sehr modernes Kruzifix.
Wir machen noch eine Hafenrunde, kaufen beim Spar ein und dann geht es wieder zurück. Nach Verstauung der Einkäufe machen wir uns auf in die Gegenrichtung. Vorbei bei dem uns vorenthaltenen L’Encesa immer über den schön angelegten Weg auf den Klippen bis zum Leuchtturm beim Kap de s’Arenella und wieder zurück. Für heute und die nächsten Tage ist starker Tramuntana vorhergesagt und es bläst auch schon recht frisch. Das freut zahlreiche Wind- und Kitesurfer, die mit hoher Geschwindigkeit in der Bucht hin und her sausen. Unsere Runden bringen uns auf 10.265 Schritte.Montag 13.04.2026
Über Nacht hat der Tramuntana ordentlich
zugelegt und bläst jetzt fast ständig mit mehr als 40 Knoten. Beim Weg zum Klo
weht es mir zuerst den Hut davon und dann während der Verfolgungjagd auch einen
Schlapfen. Beides kann ich wieder einfangen. Das Wohnmobil wird ganz schön hin
und her gebeutelt. Als ich es zur Abfahrt bereitmache, stelle ich fest, daß ich
vergessen habe, die Stützen herunterzulassen.
Um 10:00 h brechen wir auf. Auf der Straße
beeinträchtigt uns der Tramuntana weit weniger als ich befürchtet habe und als
wir Figueres erreichen, hat er auch stark nachgelassen. Auf der Autobahn ist
überhaupt nichts mehr von Seitenwind zu spüren und gegen Mittag erreichen wir
Barcelona. Das Navi lotst uns gleich im Norden der Stadt von der Autobahn
herunter und will dann offensichtlich eine westliche Umfahrungsstraße wählen,
was aber nicht möglich ist, weil eine Zufahrt zu dieser von der Polizei
abgesperrt ist. Also zwei Ehrenrunden, die uns immer zur selben nicht wählbaren
Abzweigung bringen, bis ich mich entschließe, einfach geradeaus zu fahren, bis
das Navi einen neuen Weg gefunden hat. So fahren wir mitten durch Barcelona
durch. Der Verkehr ist zügig, aber stark, die Straße hat meist drei Spuren,
aber die Fahrspuren sind so schmal, daß ich auf beiden Begrenzungslinien fahre.
Weil wir mitten durch die Stadt gefahren
sind, ist es 14:15 h, als wir mit 64.189 km am Tacho im südlichen Vorort
Casteldefels auf dem Hola-Campingplatz „3 Estrelles“ den Motor abstellen. Heute
begnügen wir uns daher mit einem Strandspaziergang.
Am schnellsten schließt man Freundschaft mit Barcelona, wenn man vormittags in einem Cafe an der Rambla einen Carajillo trinkt.
Für die Unwissenden unter meinen Lesern: Der Carajillo [sprich: Karahilljo] ist die spanische Version des italienischen Cafe corretto, ein Espresso mit einem Brandy drinnen. Dazu kommt man, wenn man einen Bus – in unserem Fall den L95 - nimmt, der einen direkt zur Plaza Catalunya bringt, bei der La Rambla ihren Anfang nimmt, und dann Richtung Hafen wandert. Nach derartiger Stärkung und ausgiebiger Hafenrunde wandern wir zurück zur Plaza Catalunya, kaufen ein 48-Stunden-Ticket für den Hop on hop off-Bus und fahren gleich eine der beiden Runden ganz durch. Danach ist es so spät, daß wir zum Campingplatz zurückfahren und im dortigen Restaurant eine Paella mit Meeresfrüchten zu uns nehmen. Wir haben gar nicht lange für einen Plan gebraucht, unsere Besichtigung Barcelonas effektiv zu gestalten. L95, dann Hop on hop off die andere Runde voll durch und am Ende bei Haltestelle zwei aussteigen, wo auch die erste Runde eine Haltestelle hat und wo man gleich zwei Häuser des Architekten Gaudi besichtigen kann, die Casa Batllo und die Casa Mila. Antoni Gaudi i Cornet war ein begnadeter Architekt. Nach der Fotosession schnell ein paar Tapas und eine Cerveza und dann mit dem Bus der ersten Runde eine Haltestelle weiter, wo sich ein ehemaliges Krankenhaus befindet, das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, dessen Architektur auch sehenswert ist. Vom Krankenhaus sind es nur ein paar hundert Meter bis zu Gaudis Lebenswerk, der Sagrada familia. Was für eine faszinierende Kirche. Leider sehen wir sie nur von außen. Um hineinzukommen braucht man ein Ticket, das ausschließlich online zu erwerben ist. Das Internet verkündet uns, daß der nächste freie Termin der 5. Mai wäre. So lange wollen wir – bei aller Liebe – nicht in Barcelona bleiben. Sogar für ein Ticket der teuersten Kategorie, mit Führung und Turmbesteigung müssten wir bis zum 27. April warten.Von der Sagrada familia nehmen wir wieder den Bus der zweiten Runde zurück zur Plaza Catalunya und das wars schon wieder für heute.Heute verlassen wir den L95 schon etwas früher, bei der Plaza d’Espanya mit ihren Torres Venecianes, die den Eingang zu einem Messegelände bilden.
Auch das Las Arenas ist hier, eine ehemalige Stierkampfarena, in der heute ein Einkaufszentrum etabliert ist. Dann geht es über die breite Prachtstraße vorbei am Congresspalast hinauf zum Museu Nacional d’Art de Catalunya, dessen Höhe wir angenehm mit Rolltreppen erklimmen. Von dort durch den Park zum Olympiagelände und dann schnell eine Haltestelle mit dem Bus der zweiten Runde. Im Cafe auf der Terraza Miramar kostet ein winziges Bier (etwas mehr als ein Pfiff) € 5,50. Gestärkt besteigen wir zu Evelyns großer Freude die Hafenseilbahn, die uns in acht Minuten hinunter zum Hafen bringt. Eigentlich fährt die Seilbahn ausschließlich horizontal, aber die Endstation befindet sich in einem hohen Turm aus Eisengerüst. Von diesem Turm sind es zwei Kilometer zu Fuß bis zur Kolumbusstatue und dem daneben befindlichen Maritimen Museum, welches sich in den Gebäuden der ehemaligen königlichen Schiffswerft befindet. Das Museum ist sehr interessant, aber am Ende tun uns schon die Füße weh, sodaß wir froh sind, als wir wieder die Plaza Catalunya erreichen.Auch wenn uns Barcelona überaus gut gefallen hat, sind
drei Tage Stadtbesichtigung genug. Daher heute Ruhetag.
Samstag 18.04.2025
Um 10:20 h brechen wir auf.
Heute geht’s ins Ebrodelta und um ca. 13:00 h parken wir mit 64.373 km auf dem Campingplatz La Tancada.
Es gibt keinen Strom, aber für eine Nacht können wir das verschmerzen.
Nach mehreren Tagen Stadtbesichtigung ist die Ruhe in einem Naturschutzgebiet äußerst angenehm.
Wir radeln die knappen vier Kilometer bis zum Strand und zurück und betrachten die zahlreichen Flamingos.Weil das Restaurant zu Mittag zum Zerbersten voll war, habe ich für das Abendessen einen Tisch reserviert, was nicht notwendig gewesen wäre.Sonntag 19.04.2026
Nach ausgezeichnetem Schlaf stehe ich relativ früh auf und stelle fest, das dichter Nebel über dem Delta liegt. Allerdings kann man mit einem Blick nach oben blauen Himmel durchschimmern sehen. Um 09:25 h brechen wir auf.
Bei 64.447 km tanke ich 35,26 l Diesel um € 64,70. Eigentlich wollte ich zu einer im Camperguide empfohlenen Weinbäuerin, aber das Navi, das ich mit den Koordinaten gefüttert habe, will komplett in der Pampa nach rechts in eine Schlucht abbiegen. Auch mit der Leitung zu unserem Tagesziel, dem Stellplatz in Villafames kann nicht alles in Ordnung sein. Ich programmiere daher neu durch Eingabe der Adresse und jetzt funktioniert’s. Als wir um 12:15 h mit 64.501 km den Greenwich-Meridian überfahren leuchtet mir die Ursache ein. Ich habe bei der Koordinateneingabe nicht berücksichtigt, daß sowohl Weinbäuerin, als auch Stellplatz westlich von Greenwich liegen! Um 12:30 h parken wir mit 64.507 km am ziemlich neuen und sehr gepflegten Camperstop Villafames.Das Dorf (Stadt kann man die Siedlung mit weniger als 2.000 Einwohnern wohl nicht nennen) ist teilweise in einen Canyon gezwängt, teilweise an Felswände gepickt und wird von einer Festung überragt.
Im spanischen Bürgerkrieg wurde es aber als strategisch bedeutsam beurteilt. Der Ausblick von der Festung geht weit ins Land hinein. Unter der Festung liegt auf steil abschüssigem Gelände ein riesiger Felsbrocken, der Roca Grossa. Über zweitausend Tonnen schwer, über achthundert Kubikmeter Volumen. Der meistfotographierte Stein Spaniens. Angeblich soll er auch Wünsche erfüllen. Unser Marsch zur Festung und zurück bringt uns 6.526 Schritte.Montag 20.04.2026
Martin Gajsek zum Geburtstag gratuliert, Žana
Jerković
per Whatsapp ersucht, am Grab ihres Vaters, meines Freundes Slavko eine Kerze
anzuzünden, weil auch er heute Geburtstag hatte. Schon gestern habe ich per
Email bei dem empfohlenen Camperstop einen Stellplatz reserviert. In der
Bestätigung wurde darauf hingewiesen, daß erst nach 12:30 h eingecheckt werden
kann. Wir lassen uns daher Zeit, brechen erst um 11:20 h auf und genau um 12:30
h checken wir mit 64.598 km beim „Nomadic Experience“ in Albalat des Sorelles,
einem Vorort von Valencia, ein.
Nur wenige Minuten entfernt ist eine Metrostation.
Gottseidank ist uns eine Einheimische mit der Bedienung des Fahrkartenautomaten
behilflich, alleine wären wir wahrscheinlich gescheitert. Ungefähr eine halbe
Stunde dauert die Fahrt bis ins Zentrum und bei der Haltestelle Xativa steigen
wir aus den Tiefen empor, um sogleich der schönen Gebäude des Estacion del Nord
und der Stierkampfarena ansichtig zu werden.
Nach der ausgedehnten Busfahrt ist es eh schon wieder
Zeit, die Metro zurück zum Wohnmobil zu nehmen.
Altbekannte Vorgangsweise. Zu Fuß zur Metro, mit dieser
zur Xativa. Dort wollen wir die Stierkampfarena besichtigen, aber das geht nur
von außen. Also Marsch zur Haltestelle des Hop on-hop off-Busses. Inzwischen
wissen wir ja, wo die liegt. Mit dem Bus dann zur Oper, die ein sehr modernes
Gebäude ist, das ein wenig der Oper von Sydney ähnelt.
Mittwoch 22.04.2026
Aufbruch ist um 10:55 h.
Nach der geballten Stadtbesichtigung von Barcelona und Valencia hab ich einen Platz abseits größerer Siedlungen ausgesucht, den Camping Playa Paraiso bei Vilajoyosa. Dort treffen wir um 13:30 h mit 64.772 km ein.
Der Rezeptionist ist sehr freundlich und wir können aus mehreren möglichen Stellplätzen aussuchen. Ich teile ihm mit, daß wir gedenken, drei Nächte zu bleiben. Einen richtigen Strand gibt’s zwar nicht, aber dafür ist es herrlich ruhig. Ein Supermarkt ist nur wenige hundert Meter entfernt und so kaufen wir fertig abgemachte faschierte Laibchen und Gemüse. Am Abend wird gegrillt.Donnerstag wollten wir gleich in der Früh den beim Camp gelegenen Hügel erklimmen und das dort befindliche Heiligtum besichtigen, aber bis Evelyn mit der Wäsche fertig ist, haben wir bereits Mittag. Macht auch nichts. Um diese Jahreszeit kann man auch Bergetappen schaffen. Im Sommer würde ich nicht hinaufklettern wollen. Weil das Heiligtum, dessen genauere Widmung uns verborgen blieb, auch sonst nichts besonderes darstellt, geht es gleich wieder hinunter zur Straße und dann Richtung Vilajoyosa. Sobald dies möglich ist, am Strand entlang. Die Strandpromenade ist von bunten alten Häusern gesäumt. Die Wohnblöcke der Neustadt sind häßlich.
Samstag, 25.04.2026
Um 09:50 h brechen wir auf. Gleich darauf fülle ich bei
einer Repsol Tankstelle 52,96 l Diesel um € 85,-- nach.
Gegen Ende der heutigen Etappe geht es kilometerlang
durch völlig in Folie eingehüllte Gemüsefelder. Der Boden sieht gar nicht
fruchtbar aus, sondern wie grober Schotter. Uns ist schleierhaft, wie auf solchem
Boden etwas Gescheites gedeihen soll.
Schließlich um 13:50 h parken wir mit 65.087 km beim CP Los Escullos ein. Ein sehr großer Platz mit sehr großem Angebot an Spiel- und Sportplätzen, sonstigen Unterhaltungen und einem ganz guten Angebot im Minimarkt.
Kein Wunder, liegt der Platz auch mitten in der Pampa und einen Kilometer von der Playa entfernt. Wir haben ihn ausgesucht, weil er günstig für die nächste von uns geplante Etappe liegt.
Unser Spaziergang zum Strand führt uns zu einem alten Gebäude, einer Festung ähnlich, die Bateria de Felipe.
Die Felsen der Klippen sind von der Erosion des Meeres bizarr geformt.
Sonntag, 26.04.2026
Es ist 09:35 h, als wir uns in die Wüste aufmachen. Die Route führt uns weg vom Meer Richtung Norden und sobald wir ein kleines Gebirge durchfahren haben, ändert sich die Landschaft.
Die Desierto de Tabernas ist die größte Wüste Europas.Nach nicht einmal einer Stunde, um 10:30 h stellen wir mit 65.144 km den Motor am Parkplatz von Minihollywoodoasis ab.
Wir befinden uns in einer richtigen Westernstadt, in der auch zahlreiche bekannte Filme gedreht wurden. So „The good, the bad & the ugly“, „Vier Fäuste für ein Halleluja“ und andere. In der Gegend gibt es noch weitere Westernstädte, Fort Bravo und Western Leone, wo „Spiel mir das Lied vom Tod“ gedreht wurde.Die Anlage verfügt aber auch über einen ziemlich
weitläufigen Zoo. Obwohl wir uns alles ansehen, sind wir um 14:25 h fertig
damit. Wir beschließen daher, nicht hier zu übernachten, sondern gleich weiter
zu unserem nächsten Ziel, Granada zu fahren.
Um 16:10 h kommen wir zum Camp Granada in Peligros. Die Rezeptionistin ist sehr freundlich, aber auch so genau und kompliziert, daß es 17:15 h wird, bis wir mit 65.284 km den Motor abstellen. Von dem in Terrassen angelegten Platz hat man einen herrlichen Blick auf das ungefähr 8 km entfernte Granada.
Montag geht es gleich in der Früh frisch und munter zu der etwas über einen Kilometer entfernten Bushaltestelle und mit dem Bus mitten hinein nach Granada. Von der Haltestelle geht es erst mal eine Weile entlang einer breiten Avenida, bis wir flugs durch eine Seitengasse die Kathedrale sehen.
Also Besichtigung, danach durch die Gassen......und schließlich hinauf zur Alhambra. Vorgewarnt von den Besucheranstürmen in Barcelona und Valencia wollte ich bereits vor ein paar Tagen im Internet Tickets buchen, aber der früheste Termin wäre nach Mitte Mai gelegen. Also wieder einmal nur Besichtigung von außen.Dienstag, 28.04.2026
Heute sind wir seit vier Wochen unterwegs. Daher gemütlicher
Aufbruch um 11:05 h, 35 Minuten später tanke ich 63,97 l um € 117,-- und um
12:15 h sind wir mit 65.422 km im Camp Almanat bei Torre del Mar, ungefähr 40 km
ostwärts von Malaga. Völlig zufällig haben wir die Parzelle ausgewählt, die
schräg gegenüber von unseren Freunden Willi und Lilo aus Köln liegt. Die beiden
hatten wir im Herbst auf unserer Reise mit dem Segelschiff Star Flyer
kennengelern, auf der sie bis zu den Kanarischen Inseln mitfuhren. Willi
überreicht mir sogleich ein Bier, und Lilo lädt uns zum Abendessen ein.
Am nächsten Tag fahre ich mit Willi mit den Fahrrädern
nach Torre del Mar und sogar weiter bis zur Marina von Caleta de Velez. Auf der
Rückfahrt bleiben wir für ein paar Biere in Torre del Mar stehen.
Sonntag 03.05.2026
Nachdem wir uns von Willi & Lilo verabschiedet haben,
verlassen wir um 11:00 h das Camp. Kaum auf der Hauptstraße werden wir von der
Polizei umgeleitet und wieder umgeleitet. Wegen der sogenannten Romeria gibt es
haufenweise Straßensperren. Eine Madonna oder eine andere Heiligenfigur wird in
einer pompösen Prozession von irgendeiner Kirche, vermutlich in Almayate nach
Torre del Mar getragen. Endlich erreichen wir auf Umwegen die Autovia del
Mediterraneo und um 13:20 h mit 65.570 km das Camp El sur bei Ronda.
Gute drei Kilometer sind es vom Campingplatz bis ins Zentrum von Ronda. Als geübte Wanderer machen wir uns sofort auf die Socken.
Die Tiefe der Schlucht, die sich durch die Stadt zieht, die Gebäude, die bis unmittelbar an den Rand der 120 m senkrecht abfallenden Felsen gebaut sind,die Puente Nuevo, die auch schon drei Jahrhunderte auf dem Buckel hat, das alles macht Ronda zu einer faszinierenden Stadt. Nach einer ersten Erkundung marschieren wir zurück zum Camping.
Am nächsten Tag besichtigen wir zuerst die arabischen Bäder. Dann die Stierkampfarena samt Reitschule, welche nach der Wiener Hofreitschule die zweitälteste Europas ist.
Hier finden noch jährlich Stierkämpfe statt. Es gibt zahlreiche Poster aus den vergangenen Jahren, die „Toros en Ronda“ ankündigen.Das Museum im Palacio de Mondragon ist interessant und gleich daneben geht der Weg hinunter zum Mirador Puente Nuevo. Der weitere Weg durch den Canyon darf leider nur bis zur Brücke begangen werden, danach ist er abgesperrt. – Schade.
Bis zurück zum Campingplatz haben wir schließlich 14.886 Schritte getan, der bisherige Rekord auf dieser Reise.Dienstag 05.05.2026
Um 10:15 h verlassen wir den sehr gastlichen Camping El Sur. Die Landstraße durch das Gebirge ist voller Baustellen. Wieder im Flachen nutzen wir eine Waschanlage um Windschutzscheibe und Front des Wohnmobils von Insektenleichen zu befreien. Als wir die Area Campingcar Carcaracol in Alcala de Guadaira erreichen, zeigt die Uhr 12:30 h, der Tacho 65.690 km. Die freundliche junge Spanierin übergibt uns einen Stadtplan von Sevilla, auf dem sie alle maßgeblichen Daten betreffend den öffentlichen Bus M221 handschriftlich notiert hat. Der letzte Bus in die Stadt hinein geht um 12:45 h, das geht sich nicht mehr aus, auch wenn wir uns sehr beeilen.
Also am nächsten Tag den Bus um 10:45 h genommen. Raus bei der Endstation Prado de San Sebastian, quer durch den Park und schon sind wir bei einer Haltestelle der Hop on hop off – Busse. Ticket gekauft und gleich eine Runde gedreht.
Nach der Busfahrt bleibt noch Zeit für eine Besteigung des Torre de oro...... und die Besichtigung der „Victoria“. Das einzige Schiff der ursprünglich aus fünf Schiffen bestehenden Flotte Magellans, das letztendlich übrig blieb, wurde originalgetreu nachgebaut. Juan Sebastian Elcano kehrte mit ihr und 18 verbliebenen von ursprünglich ungefähr 250 Seeleuten von der Expedition nach Sevilla zurück und war somit der erste, der die Erde umrundet hat.Die Bodeguita Manolete soll laut Google die besten Tapas haben. Sie sind wirklich ganz gut, vor allem der von Evelyn bestellte Erdäpfelsalat mit Mayonnaise und Langostinos.Wieder wird der Bus um 10:45 h genommen. In der Stadt geht es zuerst zur Plaza Espana.
Diese diente auch schon vielen Filmen als Kulisse. In einer Folge von Starwars stellte sie die Hauptstadt irgendeines Planeten dar. Danach geht es zu dem neben dem Liegeplatz der Victoria befindlichen Museum der ersten Weltumsegelung. Unterwegs kann ich es nicht lassen, mir vom Barbier von Sevilla die Haare schneiden zu lassen. Schließlich um 14:40 h haben wir unseren Termin für einen Einlaß in die Kathedrale von Sevilla, die drittgrößte Kirche der Welt.Freitag 08.05.2026
Um 10:15 h verlassen wir nach Kloentleerung den Platz, um
12:00 h kommen wir mit 65.804 km beim AC Parking in Sanlucar de Barrameda an.
Die
Wettervorhersage hatte ab heute für die nächsten drei Tage Regen und Kälte
angekündigt. Die Aufgabestellung bei der Auswahl des Stell- oder Campingplatzes
war daher gewesen, die Nähe einer Ortschaft zu suchen, sodaß wir uns auch bei
schlechtem Wetter mit den notwendigsten Lebensmitteln und Bier versorgen
können. Auch sollte der Platz über eine Waschmaschine verfügen, der
Schmutzwäschesack ist voll. Und schließlich sollte er am Meer liegen, weil die
Erfahrung gezeigt hat, daß selbst bei schlechtem Wetter immer wieder
Sonnenfenster vorkommen und wir diese für Strandspaziergänge nutzen können.
Nach diesen Vorgaben war unsere Wahl auf den AC Parking San Lucar de Barrameda
gefallen.
Der
Platz geht, ist aber keine Offenbarung. In der Rezeption sind mehrere Zettel
aufgehängt, die darauf hinweisen, daß die Stromanschlüsse nur mit 4 Ampere
abgesichert sind und daß der Tausch einer „geflogenen“ Sicherung mit € 1,-- in
Rechnung gestellt wird. Sowohl unser elektrisches Heizgebläse als auch die
Kaffeemaschine für die Cremesso-Kapseln können wir vergessen. Gleich nach der
Umstellung von Fahren auf Wohnen gehen wir zum Strand, der keiner ist. Es
herrscht Ebbe und der trockengefallene Gatsch geht weit hinaus. Der Untergrund
besteht aus faustgroßen Steinen. Sollte jemand trotzdem baden wollen, müsste er
wahrscheinlich einen Kilometer hinauswaten, bis ihm das Wasser bis zum Bauch
geht. Nachdem von Regen weit und breit keine Spur zu bemerken ist, fahren wir
mit den Fahrrädern entlang der Via Verde, eines Spazier- und Radweges -
zweieinhalb Kilometer Richtung Südwesten. Dort besichtigen wir den CP La Siesta
de la Gaviota. Uiii! Der Platz hätte uns viel besser gefallen. Alles Wiese, die
Wohnmobile stehen wie in einem Indianerlager sternförmig im Kreis,
Waschmaschine hat er auch und nach Chipiona sind es nur weitere zweieinhalb
Kilometer auf der Via Verde. Was soll’s, shit happens.
Weil
es am nächsten Tag noch immer nicht regnet, fahren wir mit den Rädern bis nach
Chipiona um einzukaufen. Letzteres tun wir nicht, aber dafür trinken wir was in
einem Lokal an der Uferpromenade. Herannahende schwarze Wolken mahnen zum
Aufbruch und auf den letzten fünfhundert Metern vor dem Ziel erwischt uns ein
kräftiger Regenguß.
Sonntag,
10.05.2026
Um
09:55 h brechen wir auf und bereits fünf Minuten später stoppt uns ein Polizist
beim ersten Kreisverkehr. Ein Amateurradrennen ist im Gange. Der Polizist ist
ein schrecklicher Wichtigtuer, was ich daran erkenne, wie er mit Einheimischen
umgeht, die fragen, ob nicht doch eine Durchfahrt möglich wäre. Bis zum
nächsten Kreisverkehr sind es 140 Meter und zwischen Gruppen oder einzelnen
Radfahrern vergehen oft Minuten, in denen gar nichts geschieht. Wir wären
längst über alle Berge, aber nein, Herr Wichtig sperrt die Straße, also ist sie
zu. Erst nach fünfzig Minuten kriegt der Polizist einen Funkspruch – offenbar
hat irgendjemand sich höherenorts beschwert – und läßt uns und ein paar andere
Fahrzeuge passieren. Dies aber nicht, ohne uns laut zuzurufen, daß wir beim
nächsten Kreisverkehr ausschließlich geradeaus fahren dürfen. Als ob wir etwas
anderes vorgehabt hätten. Um 11:15 h kommen wir mit 65.838 km zu einer
Tankstelle und ich fülle 51,19 l Diesel um € 88,-- nach. Wenig später erreichen
wir die Autobahn, fahren zurück bis nach Sevilla (ich hatte nicht damit
gerechnet, daß weiter südlich keine einzige Brücke über den Guadalquivir geht)
und dann Richtung Huelva, bis wir um 14:30 h mit 66.061 km im Camping Playa
Taray landen. Das ist gleich etwas ganz anderes als der letzte Platz. Sehr
freundlicher Empfang, ein schön bepflanzter Platz mit großzügigen Stellflächen
und nagelneuen Sanitärgebäuden.
Aus
dem Platz raus über die Straße und dann ein kurzes Stück durch einen schönen
Kiefernwald geht es zu den Dünen und zum Strand. Große Tafeln warnen vor dem
Kiefernprozessionsspinner, einem unscheinbaren Schmetterling, dessen Raupen
giftige Haare abwerfen, die unangenehme Hautausschläge, bei manchen Menschen
sogar Asthmaanfälle hervorrufen können. Aber wir haben ja Mai und die
gefährliche Zeit ist im Februar und März.
Am
nächsten Tag benutzen wir den Radweg, der ebenfalls durch den Wald verläuft,
welcher zwischen den Kiefern auch Eukalyptusbäume hat, und fahren bis nach
Islantilla. Dort radeln wir die Strandpromenade bis ans Ende des Dorfes ohne
einen Supermarkt entdeckt zu haben. Auf Google finden sich etliche, aber die
haben alle zu. Haben wir einen Feiertag übersehen? Schließlich finden wir einen
winzigen Greißlerladen, der offen hat und in dem wir das Notwendigste erwerben.
Dienstag
12.05.2026
Um
10:10 h verlassen wir den schönen Platz Playa Taray und begeben uns gleich auf
die Autobahn Richtung Westen.
Um
10:35 h fahren wir über die Ponte Internacional do Guadiana, überqueren mit
66.085 km die Grenze zwischen Spanien und Portugal und gleichzeitig die Grenze
zwischen der mitteleuropäischen und der westeuropäischen Zeitzone, sodaß es
jetzt 09:35 h ist.
Um
11:45 h erreichen wir mit 66.154 km den Campismo Municipal de Faro, der sich
auf einem Lido befindet, und von dem eine Fähre zwanzig Minuten durch die
Lagune nach Faro fährt. Ist einmal was anderes, mit der Fähre anstatt mit Bus
oder Metro. Wir begeben uns sofort zum Anleger und nach kurzer Wartezeit kommt
das Fährboot.
Die
Stadt Faro gibt nicht unbedingt viel her. Wenigstens den Turm der Kathedrale
kann man besteigen und von dem hat man ein bisschen Panoramaausblick. Also geht
es nach 6.000 Schritten zurück zur Fähre und mit der zum CP.
Mittwoch
13.05.2026
Nachdem
die Fritzbox für unser hauseigenes WLAN nicht funktioniert hat, ist mir
eingefallen, daß die Gültigkeitsdauer von 30 Tagen abgelaufen sein könnte und
daher hab ich mich schon nach Vodaphone-Shops umgesehen. Also machen wir uns um
09:30 h auf. Gleich wenn man vom Lido aufs Festland kommt, liegt dort der
Flughafen von Faro und – natürlich – gibt es am Airport auch einen
Vodaphone-Shop. Die freundliche Angestellte sagt, daß sie die SIM-Karte mit der
spanischen Nummer nicht verlängern kann, aber sie verkauft mir um € 35,-- eine
neue, portugiesische die für 30 Tage unlimitiertes Internet in Portugal und 55
GB international verspricht.
Mit
frischem Internet ausgerüstet geht es weiter und ich steuere, ohne dass Evelyn
eine Ahnung von meinen Plänen hat, die Praia Benagil an. Erst als die Straße
immer schmäler und kurvenreicher wird, kommen die ersten Fragen: „Wo fahrst
denn hin?“ Schließlich, nur wenige Kilometer vor meinem Ziel, kommt am Weg, den
das Navi vorschlägt, das Verkehrszeichen „Fahrverbot für Wohnmobile“. Also
fahre ich rechts weiter, irgendwie werde ich schon hin finden. Es geht schmal
und kurvenreich auf und ab, die Äste der Stauden streifen am Wohnmobil und an
Evelyns Nerven. Dann endlich wieder ein Kreisverkehr, nur noch ein paar hundert
Meter vom Ziel entfernt und wieder ein Schild „Fahrverbot für Wohnmobile“. Wer
wäre ich….? Kurz nach dem Schild geht es steil bergab und unten wird es sehr,
sehr eng. Mein Versuch, im Retourgang die steile Straße wieder raufzufahren
scheitert mit nach verbranntem Asbest stinkender Kupplung. Also runter, Ohren
angelegt, Arschbacken zusammengekniffen und durch. Auf der anderen Seite
erklärt mir eine freundliche Frau, dass der Parkplatz ausschließlich für Pkw
zur Verfügung steht, dass aber am anderen Hügel (von dem wir gerade herkommen)
kurz nach dem Kreisverkehr ein Parkplatz speziell für Wohnmobile und das sogar
kostenlos zur Verfügung stünde. Also nochmals durch die enge Berg- und Talbahn,
in der Senke mit leicht durchdrehenden Vorderrädern auf den steilen Anstieg
hinauf und endlich haben wir es geschafft. 11:20 h, 66.222 km.
Nach
Kauf der Tickets für die Bootsfahrt zu den Benagil-Grotten und der
zwanzigminütigen Wartezeit sind Evelyns Nerven wieder etwas ruhiger und die
Bootsfahrt zu den und in die tollen Grotten macht sie endgültig alles vergessen.
Nach
diesem schönen Abstecher geht’s um 12:50 weiter. Bei 66.277 km tanke ich 52,14
l Diesel um € 100,--. Gegen drei erreichen wir nach einer kurzen Rumpelei über
eine sehr schlechte Schotterstraße den CP Orbitur Sagres. Der Platz ist an und
für sich recht schön, im Wald, annähernd terrassenartig angelegt, nicht parzelliert, aber die Plätze mit Zugang zu den Stromverteilerkästen
sind fast ausnahmslos besetzt. Schließlich finden wir einen freien Platz mit
Strom und um 15:20 h stellen wir das Wohnmobil mit 66.296 km ab.
Ich
hole das Fahrrad vom Träger und fahre zum Cabo Sao Vicente, dem südwestlichsten
Punkt Europas. Evelyn verweigert und bleibt im Wohnmobil. Die fünf Kilometer
lange Strecke steigt zwar an, das aber so sanft, dass man es eigentlich erst am
Rückweg – positiv – merkt. Das Fort, in dem der Leuchtturm steht, ist
geschlossen, obwohl es erst 16:10 h ist und es laut Google bis 17:00 h offen
haben müsste. Ein paar lässige Fotos gelingen trotzdem. Auf den Genuss einer
letzten Bratwurst vor Amerika verzichte ich.
In
der Nacht gibt es einen Rumpler und am Morgen bemerken wir, dass der Wind einen
kinderarmstarken Ast einer Kiefer herunter geworfen hat. Ob der am
Fahrradträger aufgeprallt ist, oder am Wohnmobil selber, kann ich nicht sagen.
Donnerstag,
14.05.2026
Aufbruch
um 09:45 h. Zuerst fahre ich mit dem Wohnmobil zum Cap, um auch Evelyn einen
Eindruck von Europas südwestlichsten Punkt zu gewähren. Das Fort ist auch heute
geschlossen. Dann geht’s auf die Autobahn und um 12:30 h erreichen wir das Camp
Porto Covo. Kilometerstand 66.427. Wegen eines Mißverständnisses betreffend die
Stromanschlußkästen haben wir uns eine winzige Parzelle ausgesucht. Wäre die Nachbarparzelle
nicht frei, könnten wir nicht einmal unsere Campingmöbel aufstellen.
Den
Platz habe ich wegen seiner Nähe zu mehreren malerischen Buchten mit
Sandstränden gewählt und daher spazieren wir in den Ort, die Fußgängerzone
hinunter bis zum Strand und dann zu einigen Buchten. Nach der dritten oder so
meint Evelyn: „Hast du eine gesehen, hast du alle gesehen“ und kehrt zum
Wohnmobil zurück, ich gehe noch etwas mehr als einen Kilometer weiter und werde
mit dem Blick auf die wirklich sagenhafte Praia da Samoqueira belohnt. Am
Rückweg kehre ich in der Fußgängerzone in ein Souvenirgeschäft ein, bei dem mir
schon vorher eine Kappe aufgefallen ist, die mir von der Form her gefällt,
deren Farbe aber von der Sonne ausgebleicht ist. Auf meine auf Englisch
gestellte Frage, ob es von dieser Kappe noch ein anderes Exemplar gäbe, das
nicht ausgebleicht ist, antwortet mir eine Frau in vollem Kärntner Dialekt:
„Na, oba i konn dir den holbn Preis mochn“. € 5,-- für die ausgebleichte Kappe
sind in Ordnung und wir unterhalten uns noch ein bisschen darüber, dass sie aus
St. Georgen bei Villach stammt und ihre Mutter, eine gewisse Frau Zimmermann,
Kindergärtnerin war.“
Freitag
15.05.2026
Um
10:50 h verlassen wir das Camp Porto Covo und um 14:15 h parken wir am Camping
Orbitur Guinho [sprich: Ginscho]. Kilometerstand 66.631. Der Platz ist weitläufig wie schon der in Sagres. Dennoch sind alle
Plätze mit Stromanschluß, die in der Sonne liegen, besetzt. Schließlich finde
ich einen Platz im tiefen Schatten hoher Eukalyptusbäume. Im Sommer wäre der
sicher sehr begehrt, jetzt im Mai suchen alle noch die Sonne. Beim Einparken
touchiere ich im Retourgang einen Baum. Auch diesmal können wir nicht
beurteilen, ob der Kontakt mit dem Fahrradträger oder mit der Karrosserie
stattgefunden hat.
Nach
dem Abstellen des Wohnmobils gibt’s noch einen Spaziergang durch den Wald,
vorbei beim Tennis- und Reitclub zum Strand und retour. Danach lädt Evelyn sich
noch die UBER-App auf ihr Handy herunter und sieht die Platzwahl positiv, weil
wir mutterseelenallein stehen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erscheint dann
eine Gruppe von mehr als dreißig Jugendlichen plus deren Betreuer, die rund um
uns ihre Zelte aufschlagen. Vorbei ist‘s mit der Einsamkeit. Wie von mir
vorhergesagt, begeben sich die jungen Leute allerdings bald zur Nachtruhe,
stören also nicht.
Am
nächsten Tag wird gleich nach dem Frühstück zum ersten Mal die UBER-App
benutzt. Das System funktioniert hervorragend und ein freundlicher Fahrer
bringt uns um € 15,-- in das über zwanzig Kilometer entfernte Sintra. Mit dem
Wohnmobil hierher zu fahren wäre unmöglich gewesen, die engen Gassen Sintras
und der starke Verkehr machen die Fahrt schon mit einem Pkw zu einem Horror für den
Fahrer.
Von
Sintra nach Südwesten zieht sich der Nationalpark Sintra-Cascais und auf die
erste Anhöhe dieses Waldes haben sich seinerzeit der König von Portugal und
seine Verwandtschaft mehrere Schlösser gebaut. Das vom letzten König bis ins
beginnende 20. Jahrhundert bewohnte Schloß, der Palacio Nacional de Pena, ist
die farbenprächtige, portugiesische Ausgabe von Neuschwanstein. Diesmal hat die
Buchung von Tickets im Internet zwei Tage vorher funktioniert. Wir haben Tickets
für den Schloßpark und das Schloß selbst um € 10,-- (mit Seniorenermäßigung und
genauem Termin um 14:30 h, sowie den Eintritt für den Schloßpark enthaltend,
der alleine schon € 4,50 gekostet hätte) und für die 1000 Jahre alte maurische
Festung um € 6,--. Schließlich auch für 24 h unlimited Transport mit den Bussen
434 und 435 um € 7,60.
Im
Nachhinein betrachtet, hätte die Karte um € 4,50 für den Park gereicht. Man
sieht von außen nahezu alles Sehenswerte vom Palast, die paar Räumlichkeiten, für
deren Besichtigung man sich auch noch an einen genauen Termin halten und
Schlange stehen muß wären verzichtbar gewesen. Klug war die Buchung des
Transporttickets, der Marsch hinauf bis zum Eingang des Schloßparks wäre weit und
über etliche Höhenmeter gewesen. Schon vom Parkeingang bis zum Palast geht man
eine halbe Stunde. Der Aufstieg, der Abstieg durch das Tal der Seen, der
Weitermarsch zur maurischen Burg und von dort der Abstieg ins historische
Zentrum Sintras bringen ohnehin 12.330 Schritte auf unser Marschkonto.
Sonntag
17.05.2026
Aufbruch
um 11:00 h. Der UBER-Fahrer, der uns gestern zurückbrachte, hat mich auf die
Idee gebracht, das sehr nahe liegende Cabo do Roca zu besuchen, den
westlichsten Punkt Europas. Daher halten wir schon 40 min nach dem Aufbruch mit
66.644 km wieder an, um einige Fotos zu schießen. Für die 13 km haben wir so
lange gebraucht, weil wir mehrere Kilometer weit eine Radfahrtruppe nicht
überholen konnten.
Um
12:00 h geht es weiter. Ich will unbedingt Nazare sehen, aber dort haben wir nach
Studium der Rezessionen keinen geeigneten Platz gefunden. Ist egal, für die
Besichtigung des Riesenwellen-Beobachtungspunktes reicht ein kurzer Stop auf
einem Parkplatz zu dem ein doch etwas abenteuerlicher Zufahrtsweg geht. Um 14:20
h sind wir mit 66.801 km dort. Die Saison für die Riesenwellen ist
November/Dezember, heute erleben wir stille Tage in Nazare. Wenn man bei der
Festung steht und sich überlegt, dass die höchste dort gemessene (und von einem
Surfer abgesurfte) Welle 35 m hoch war, ist es schon beeindruckend. Natürlich
zelebrieren die Einheimischen ein Theater wegen ihrer ondas gigantes und es
gibt sogar eine Skulptur, den Veano von Nazare, eine ca. 4-5 m hohe Statue
eines Surfer-Körpers, der ein Surfbrett hält, mit einem Hirschkopf. Letzteres
wegen einer Legende, dass hier so im 12. oder 13. Jahrhundert ein Adeliger, der
sich im Rahmen einer Hirschjagd im Nebel verirrt hatte, von der von ihm zu
Hilfe gerufenen Gottesmutter Maria gerettet wurde, welche sein Pferd zügelte,
sodass es kurz vor dem Absturz von den Klippen zum Stehen kam.
Nach
Fotos und Bier geht es um 15:30 weiter. In Nazare gibt es auch einen Lidl, bei
dem wir einkaufen. Sowohl Lidl als auch Aldi werben in ganz Portugal damit, dass
sie bei ihren Supermärkten Parkplätze haben, die für Wohnmobile geeignet sind.
Auf der Weiterfahrt sehen wir die Verwüstungen, die ein Sturm im April hier
angerichtet hat. Hektarweise sind ganze Kiefernwälder komplett vernichtet. Es
steht kein einziger Baum mehr, höchstens Stammreste, die in ungefähr sechs
Metern Höhe abgebrochen sind. Die Eukalyptusbäume haben den Sturm besser
überstanden als die Kiefern. Bald erreichen wir den für heute ausgewählten CP
Paredes de Vitoria, weil aber der alte, tiefenentspannte Betreiber ausgiebig
mit einer Frau ratschen muss dauert es bis 16:45 h, dass wir eingecheckt haben
und das Wohnmobil mit 66.818 km abstellen. Hier hat der Sturm nicht mehr so
gewütet. Trotzdem schauen die Zelte, Vorzelte und Hütten der Dauercamper eher
aus wie ein Flüchtlingslager. Gut, dafür kostet der Platz auch nur € 13,50
inklusive Strom.
Montag
18.05.2026
Aufbruch
ist um 09:30 h. Bei 66.837 km tanke ich 58,97 l Diesel um € 122,--.
Um
12:50 h erreichen wir mit 66.979 km den CP Costa Nova. Costa Nova ist eine kleine
Ortschaft auf einem Lido bei der Mündung des Rio Aveiro. Bis ins Zentrum der
Stadt Aveiro, die „Venedig Portugals“ genannt wird, sind es mehr als zehn
Kilometer. Wir nutzen daher den Rest des Tages für einen Spaziergang in den
einen Kilometer entfernten Ortskern des Dorfes mit den eigenwillig gestalteten
Häusern. Die sehen interessant aus die Tour ist recht nett und es gibt sogar
eine Reiseleiterin im Boot, die Englisch spricht, das man nicht versteht.
Nachdem
uns ein UBER zurückgebracht hat und Evelyn schon schlafen gegangen ist, will
ich noch eine Zigarette rauchen. Von ein wenig Regen ist die Eingangsstufe naß,
ich rutsche mit dem nackten Fuß aus vermeide mit Ach und Krach einen Sturz nach
hinten. Der Fuß rutscht aber unter die Trittstufe und bei einem Blech des
Gestänges dieser Stufe hole ich mir eine ziemlich stark blutende Schnittwunde
am Fußrücken knapp hinter dem großen Zeh. Ich bleibe eine halbe Stunde im
Freien sitzen, bis die Blutung aufhört, dann versuche ich, mich selbst zu
verarzten ohne das Wohnmobil mit meinem Blut zu beschmutzen, was so halbwegs
gelingt.
Mittwoch
20.05.2026
In
der Früh wird die Wunde nochmals versorgt und um 11:20 h fahren wir ab, um
bereits um 12:50 h mit 67.066 km auf dem CP Salgueiros einzutreffen. Der Platz liegt
im Stadtteil Gaia am linken Ufer des Douro. Die Haltestelle des Busses 9016 ist
vor dem Platz und weil der Bus Verspätung hat, erwischen wir um 14:00 h gleich
eine Fahrt nach Porto. Der Busfahrer läßt uns bei der Haltestelle Jardim do
Moro aussteigen und nach wenigen Metern Fußmarsch gelangen wir zur Ponte Dom
Luis I. Ein imposantes Bauwerk aus Eisen. Die obere Fahrbahn mit Fußweg und
Metrogeleisen geht in 60 m Höhe über den Douro. Man hat einen herrlichen Blick
auf Porto, insbesondere auf das Altstadtviertel Ribeira. Wir holen uns gleich
bei der Touristinfo 48 Stundentickets für die Hop on hop off Busse und fahren
gleich einmal die blaue und die grüne Tour aus. Bei der vorletzten Haltestelle verlassen
wir den Bus und spazieren den Douro aufwärts und ich entscheide mich spontan
für eines der ersten Restaurants, die nur winzige einzeilige Gastgärten auf dem
schmalen Uferkai haben, das Vinhas d’Alho. Die Entscheidung war gut. Das Lokal
ist erstklassig. Möglicherweise die besten gebratenen Sardinen meines Lebens
und ein mediterraner Salat mit Blattsalaten, Himbeeren und Brombeeren und einem
herrlichen Dressing.
Am
nächsten Tag geht der Bus 9016 erst in mehr als einer halben Stunde, also
spazieren wir 500 m weiter zur Haltestelle des 9017er auf den wir nur wenigen
Minuten warten müssen. Auch dieser Bus bringt uns zum Jardim do Moro, wo wir
gleich (außerplanmäßig ohne Haltestelle) in den Hop on hop off Bus der gelben
Tour einsteigen, die durch das Weinkellerviertel von Gaia führt. Den Bus
verlassen wir bei der Endhaltestelle aller Runden und gehen zu Fuß weiter.
Gleich kommen wir vorbei bei der Kirche des Hl. Ildefonso – ich wußte gar
nicht, dass es diesen Heiligen gibt. Dann weiter, über den Rathausplatzzum
Platz mit dem Löwenbrunnen, der Universität und der Bibliothek und wieder
zurück zum Rathausplatz. Google meint, dass es in der Nähe eine Weinhandlung
gibt, die spontan Portweinverkostungen mit Erklärungen anbietet. Die hat aber
leider geschlossen und so marschieren wir bis hinunter zum Fluß und wechseln dann
auf der unteren Ebene der Ponte Dom Luis I. auf die andere Seite. Vorbei an
zahlreichen Vinotheken geht es zur Station der von der Firma Doppelmayer
errichteten Hafenseilbahn, die uns bis hinauf zum Jardim do Moro bringt. Am
Abend gehen wir zum Strand um im Brasao Salgueiros zu speisen. Die von Evelyn
und mir gewählte Vorspeise kommt aufgrund eines Mißverständnisses nur einmal,
ist aber köstlich. Hinter der Bezeichnung Rissol de carne, cogumelos e trufa hatte
ich ein Risotto vermutet, tatsächlich handelt es sich um eine Krokette mit einer
undefinierbaren schwarzen, köstlichen knusprigen Kruste, gefüllt mit
faschiertem Fleisch, Pilzen und Trüffeln. Dazu eine Aioli-Mayonnaise. Ich hätte
vielleicht schon vorher im Internet die Speisekarte studieren sollen, so
bestellen wir mehr oder weniger aus Verlegenheit Steak und Steaktoast. Die
Steaks sind allerdings gut.
Samstag
23.05.2026
Um
10:05 h verlassen wir Gaia und fahren weniger als 100 Kilometer nach Norden,
bis wir um 11:40 h mit 67.163 km im Camp Paco bei Ancora eintreffen. Der
schönste Platz der bisherigen Reise. Riesige Eukalyptusbäume, dazwischen Wiese,
keine Parzellen, sondern freie Platzwahl und unmittelbar hinter dem Zaun des
Platzes ein Bach, der ruhig vorbeifließt.
Auch
heute wird der Rest des Tages für einen Spaziergang genutzt. Hinab zu den
Dünen, die Praia entlang bis in die Stadt, eine kurze Runde über die
Uferpromenade, die erst den Fluß und dann den Strand entlang führt. Wieder
haufenweise Surfer. Dann ein paar Blocks hinauf Richtung Zentrum auf den Platz
mit der wegen Pfingsten blumengeschmückten Kirche und über den Bretterweg durch
den Auwald zurück.
Tag zwei in Ancora: Wir nehmen die Räder, weil ich ein uraltes
Dolmengrab besichtigen will, dass in einem Wald im Süden liegt. Oh weh! Bereits
nach wenigen hundert Metern kommt Pflasterstraße und dann geht die auch noch
bergauf. Bis wir die Hauptstraße kreuzen, kann ich Evelyn noch ermuntern, nicht
aufzugeben, aber nachdem wir die Hauptstraße Richtung Westen wieder verlassen
und eine Straße nehmen, die Richtung Strand führt, sagt Evelyn, dass sie unter
allen Umständen jetzt diese weiterfahren würde. Zu den Dolmen müssten wir links
abbiegen und noch ungefähr 900 m zurücklegen, aber das bergauf. Keinesfalls.
Also nix mit den Hinkelsteinen, wir fahren zu den Dünen. In den Dünen gibt es
dann die Entschädigung. Mittendrin verläuft ein Bretterweg für Wanderer und
Radfahrer, der bis zum Sportplatz von Ancona führt, von dem man nach kurzer
Strecke Nebenstraße wieder zu dem Bretterweg durch den Auwald kommt. Also
nochmal rein in den Ort, ein Bier konsumiert und dann zurück zum Campingplatz.
Auf der Rückfahrt liegt auch noch ein Supermarkt, wir kaufen Salat und
Hamburger, heute Abend wird gegrillt!
Am Pfingstmontag holen uns wieder einen UBER, der innerhalb einer Minute
da ist und uns nach Viana do Castelo bringt. Das historische Zentrum ist recht
nett, aber klein, die Stadt hat ja auch nur 85.000 Einwohner. Nach einem Bier begeben
wir uns zum Schrägaufzug, der zum Heiligtum der Sta. Luzia hinaufgeht. Schon
die Auffahrt ist geil. Die Standseilbahn ist 103 Jahre alt. Sicherlich werden
sie irgendwann technische Neuerungen veranlasst haben, aber ehrlich gesagt
würden sowohl Geleise als auch Waggons als Originale durchgehen. Oben
angekommen umkreisen wir das Heiligtum, laufen etwas kreuz und quer und suchen
den Lift, der auf die Kuppel führen soll. Letztendlich finden wir ihn auch und
fahren hinauf. Nach dem Lift geht es noch einige Runden eine steinerne
Wendeltreppe hinauf, die so schmal ist, dass viele Leute aus unserem
Bekanntenkreis nicht durchgehen würden. Schließlich befindet man sich auf der
Oberseite der Gewölbekuppel, die innen schön bemalt ist. Jetzt nochmals eine
Wendeltreppe, diesmal aus Eisen und dann kann man wirklich am absoluten Spitz
der Kuppel hinaustreten. Der Ausblick ist ein Traum.
Dienstag 26.05.2026
Um
09:15 h geht es ab. Heute haben wir über dreihundert Kilometer vor uns. Um 10:00
h = 11:00 h überqueren wir mit 67.209 km den Rio Mino, der hier die Grenze zwischen
Portugal und Spanien bildet. Nach 112 Kilometern machen wir eine
Zigarettenpause und nach genau weiteren 112 Kilometern sind wir wieder bei
einer Raststätte, wo wir nicht nur Zigarettenpause machen, sondern auch bei 67.390
km 79,13 l Diesel um € 136,02 in den Tank füllen. Um 15:00 h sind wir
schließlich mit 67.507 km beim Atalaia Camper Park in Foz angelangt, wo uns der
Betreiber Moncho mit Handschlag begrüßt und willkommen heißt. Moncho hat einen
wirklich liebevoll eingerichteten Stellplatz mit piekfeinen Sanitäranlagen und
sogar einen „Garten“ zum Chillen. Er ist selber begeisterter Wohnmobilfahrer
und erzählt uns, dass er damit auch schon in Österreich war, in Innsbruck,
Salzburg und Wien. Es hat ihm sehr gut gefallen. Nach dem Abstellen des Mobils
gehen wir zum Strand und diesen entlang bis in die nicht besonders schöne Stadt
Foz. Von dort nach einem Bier auf geradem Weg über die Hauptstraße zurück. Das
Abendessen nehmen wir im Camping-Restaurant ein, Evelyn eine Pizza und ich Schinken-Kroketten
vom Iberoschwein mit Aioli.
Am
nächsten Tag stehe ich bereits um vier Uhr früh auf, weil ich nicht mehr
schlafen kann. Ich setze mich hin und bringe dieses Logbuch auf den aktuellen
Stand. Danach gibt’s Frühstück und nach diesem radle ich in die Stadt, um unser
Internetproblem zu lösen. Die Dame am Flughafen von Faro hatte am 12. Mai versprochen
dreißig Tage unlimitiertes Internet in Portugal und 55 GB in ganz Europa. Die Zeit
ist noch nicht abgelaufen, aber der Router funktioniert nicht mehr. Im zweiten
Internetshop, den ich aufsuche, meint die Dame zuerst, das sei kein Problem,
sie müsse die Karte nur freischalten, allerdings bräuchte sie dafür die Nummer
der SIM-Karte und die hab ich nicht. Sie verkauft mir daher um € 10,-- eine
prepaid Karte, die nur für Spanien gilt, mit der wir aber in dreißig Tagen 100
GB Datenverkehr veranstalten können. Nach meiner Rückkehr brechen wir zur
gleichen Spazierrunde auf wie gestern. Das Beisel, wo wir gestern ein Bier zu
uns nahmen hat heute zu, also gehen wir in das daneben. Nachdem die Kellnerin
uns neben den Getränken auch ein Essen schmackhaft macht, entscheiden wir uns
dafür. Evelyn bestellt zum vermehrten Mal einen Russischen Salat, den es nur
auf der Karte, aber nicht in Wirklichkeit gibt und nimmt daher einen einfachen
gemischten Salat, ich entscheide mich für Saurüssel auf galizische Art.
Ausgezeichnet, aber so viel, dass wir es nicht schaffen, alles aufzuessen. Ob
der Kalorienzufuhr entscheiden wir uns, den Rückweg wieder über den Strand zu
nehmen und jede einzelne Bucht auszugehen.


































































