Donnerstag, 23. April 2026

28. Spanien

 

 REISE NOCH IM GANGE


Dienstag (nach Ostern) 07.04.2026 
Nachdem ich bei 62.557 km (fast) vollgetankt habe, gelingt es uns, daß wir um 10:55 h unsere Reise mit einen Kilometer mehr am Tacho starten. 
Es geht über die Autobahn nach Udine und weiter über Verona. Bis Verona waren fast keine Lkws wahrzunehmen. Vielleicht gilt in Italien unmittelbar nach Ostern ein verlängertes Fahrverbot für sie. Danach sind sie zahlreich wie üblich und wir kämpfen uns voran, bis wir um 16:40 h mit 63.001 km den Stellplatz erreichen, den ich ausgesucht habe. Das eingezäunte Gelände eines Wohnmobilhändlers oder so ähnlich, auf alle Fälle Firmengelände. € 20,-- inklusive Stromanschluß. Ein Ristorante gleich nebenan. Tor mit Code. 
Nach der Abendpizza machen wir einen Spaziergang ins Dorf San Gervasio Bresciano. Wie ausgestorben. Die einzigen Menschen, die man auf der Straße sieht, sind Neger, davon gibt’s aber einige. 


Mittwoch 08.04.2026 
Nach ausgezeichnetem Schlaf brechen wir um 09:20 h auf. Bei einer automatischen Eni-Tankstelle am Ortsrand von Cremona tanke ich bei 63.025 km 48,1 l Diesel um € 100,--, mehr gibt der Automat nicht her. Wieder ist der Tank fast voll. Um 10:45 h erreichen wir die gesuchte Werkstätte „autofficinamax“, die Klimaanlagenservice ohne Terminvereinbarung anbietet. Leider verteilt sich die total in der Innenstadt gelegene Werkstatt auf drei Eingänge eines historischen Gebäudes und die Tore sind viel zu niedrig für das Wohnmobil. Der freundliche Mitarbeiter, der die ankommenden Kunden empfängt, rät uns, es bei „Norauto“ zu versuchen. Um 10:50h finden wir die nicht ganz einfach zu entdeckende Firma im Industriegebiet. Si, si, sie machen es. Una hora! Tatsächlich dauert die ganze Prozedur inklusive Zahlung im ufficio nur 10 Minuten länger. 

Um 12:00 h geht‘s weiter. Die Klimaanlage stellt wieder saukalte Luft zur Verfügung. Durch die Berge schlängeln wir uns ans Meer. 
Um 13:05 h überqueren wir bei 63.142 km den 45. Breitengrad, der wie beim kroatischen Senj mit einer großen Tafel markiert ist. 
Um 16:30 h erreichen wir mit 63.379 km das Camp Vallecrosia. Vor dem Abendessen geht sich noch ein Spaziergang nach Ventimiglia aus. 


Den nächsten Tag gönnen wir uns autofrei und spazieren am Vormittag nach Osten bis ins Zentrum von Vallecrosia, am Nachmittag nach Westen, wieder Ventimiglia. 


Interessant ist, daß der Name der Stadt überhaupt nichts mit zwanzig Meilen zu tun hat. Bei den Ligurern, einem Volk, das vor den Römern da war, hieß sie Albom Intemelion übersetzt Hauptstadt der Intemeli, eines ligurischen Stammes. In Latein wurde daraus Album Intimilium und im Laufe der Zeit durch Lautverschiebungen Albintimilium, Vintimilium, Vintimilia und schließlich Ventimiglia. 


Freitag, 10.04.2026. 
Nach Aufbruch um 10:15 h tanke ich wieder bei einer automatischen Eni wieder um € 100,-- wieder nicht voll, aber 46,97 l sind’s auch. Vorbei an Nizza und Cannes ist der Verkehr enorm, die vielen französischen Mautstellen nerven, vor allem, weil viele Durchfahrten mit einer Höhenbegrenzung von ca. 1,7 m ausgestattet sind und von den restlichen manche nur Fahrzeuge mit vorfinanziertem Telepass akzeptieren. Prompt erwische ich eine solche und muß dann reversieren und auch den spanischen Sattelschlepper hinter mir dazu zwingen. Nach Cannes wird der Verkehr aufgelockerter und auch die Häufigkeit der Mautstellen nimmt ab. Schließlich erreichen wir mit 63.602 km um 14:45 h den City Camping in Aix en Provence. 


Der Platz ist ganz nach unserem Geschmack. Viele Bäume, terrassenförmig einen Hang hinauf mit unregelmäßig abgegrenzten Parzellen. In nur wenigen hundert Metern Entfernung gibt’s eine Bushaltestelle, der Bus bringt uns bis an den Rand der Altstadt von Aix. 


Gleich geht’s den Boulevard du Roi Rene hinunter, auf dem sich ein Lokal neben das andere reiht. Die Gastgärten sind voll. Obwohl von den 170.000 Einwohnern 40.000 Studenten an der Universität von Aix sind, ist das Publikum der Gastgärten gut zur Hälfte aus Menschen unseres Alters bestehend. 


Genau am Rathausplatz beschließen wir, etwas zu trinken. Unter einem stattlichen Ahornbaum, dessen Wurzelstock auf Erdbodenniveau 2,3 m durchmisst, bekommen wir ein Bier und ein Cola um € 20,-- serviert. 


Ebenso stattliches Preisniveau! Dafür sind die Pizzen und Getränke beim food truck des Campingplatzes günstig.

Samstag 11.04.2026

Um 10:00 h brechen wir auf, bezahlt habe ich ja schon gestern.

Um 14:20 h und 63.938 km überfahren wir die Grenze nach Spanien!

In LLanca tanke ich das erste Mal auf dieser Reise voll. 78,38 l Diesel gehen in den Tank und kosten € 147,28. Es geht also doch anders als mit der sogenannten Spritpreisbremse unserer Idiotenregierung.

Um 15:40 h finden wir, nachdem wir ein bißchen herumgegurkt sind, den Campingplatz L’Arola in Port de la Selva. Der Tacho zeigt 63.995 km.


Die Zeit reicht noch für einen kurzen Spaziergang in den Ort und zurück. Das Abendessen wollen wir im Restaurant L’Encesa einnehmen, das uns ein Belgier empfohlen hat. Leider ist es komplett ausgebucht. Manana? Ebenfalls ausgebucht. Also kalte Küche im Wohnmobil, dann gehen wir schlafen.

Am nächsten Tag geht es wieder in den Ort, wir besichtigen die Kirche, die außen komplett alt aussieht, innen ist der nördliche Teil des Schiffes auch alt, der südliche mit dem Altar wurde aber höchst modern – auch vom Design her – renoviert. Große dunkle Gesteinsplatten an der Decke und sehr moderne Malereien und auch ein sehr modernes Kruzifix.

Wir machen noch eine Hafenrunde, kaufen beim Spar ein und dann geht es wieder zurück. Nach Verstauung der Einkäufe machen wir uns auf in die Gegenrichtung. Vorbei bei dem uns vorenthaltenen L’Encesa immer über den schön angelegten Weg auf den Klippen bis zum Leuchtturm beim Kap de s’Arenella un wieder zurück.

Für heute und die nächsten Tage ist starker Tramuntana vorhergesagt und es bläst auch schon recht frisch. Das freut zahlreiche Wind- und Kitesurfer, die mit hoher Geschwindigkeit in der Bucht hin und her sausen. 

Unsere Runden bringen uns auf 10.265 Schritte.

 


Montag 13.04.2026

Über Nacht hat der Tramuntana ordentlich zugelegt und bläst jetzt fast ständig mit mehr als 40 Knoten. Beim Weg zum Klo weht es mir zuerst den Hut davon und dann während der Verfolgungjagd auch einen Schlapfen. Beides kann ich wieder einfangen. Das Wohnmobil wird ganz schön hin und her gebeutelt. Als ich es zur Abfahrt bereitmache, stelle ich fest, daß ich vergessen habe, die Stützen herunterzulassen.

Um 10:00 h brechen wir auf. Auf der Straße beeinträchtigt uns der Tramuntana weit weniger als ich befürchtet habe und als wir Figueres erreichen hat er auch stark nachgelassen. Auf der Autobahn ist überhaupt nichts mehr von Seitenwind zu spüren und gegen Mittag erreichen wir Barcelona. Das Navi lotst uns gleich im Norden der Stadt von der Autobahn herunter und will dann offensichtlich eine westliche Umfahrungsstraße wählen, was aber nicht möglich ist, weil eine Zufahrt zu dieser von der Polizei abgesperrt ist. Also zwei Ehrenrunden, die uns immer zur selben nicht wählbaren Abzweigung bringen, bis ich mich entschließe, einfach geradeaus zu fahren, bis das Navi einen neuen Weg gefunden hat. So fahren wir mitten durch Barcelona durch. Der Verkehr ist zügig, aber stark, die Straße hat meist drei Spuren, aber die Fahrspuren sind so schmal, daß ich auf beiden Begrenzungslinien fahre.

Weil wir mitten durch die Stadt gefahren sind, ist es 14:15 h, als wir mit 64.189 km am Tacho im südlichen Vorort Casteldefels auf dem Hola-Campingplatz „3 Estrelles“ den Motor abstellen. Heute begnügen wir uns daher mit einem Strandspaziergang.

Am schnellsten schließt man Freundschaft mit Barcelona, wenn man vormittags in einem Cafe an der Rambla einen Carajillo trinkt. Für die Unwissenden unter meinen Lesern: Der Carajillo [sprich: Karahilljo] ist die spanische Version des italienischen Cafe corretto, ein Espresso mit einem Brandy drinnen. 


Dazu kommt man, wenn man einen Bus – in unserem Fall den L95 - nimmt, der einen direkt zur Plaza Catalunya bringt, bei der La Rambla ihren Anfang nimmt, und dann auf dieser Richtung Hafen wandert. 

Nach derartiger Stärkung und ausgiebiger Hafenrunde wandern wir zurück zur Plaza Catalunya, kaufen ein 48-Stunden-Ticket für den Hop on hop off-Bus und fahren gleich eine der beiden Runden ganz durch. Danach ist es so spät, daß wir zum Campingplatz zurückfahren und im dortigen Restaurant eine Paella mit Meeresfrüchten zu uns nehmen.

Wir haben gar nicht lange für einen Plan gebraucht, unsere Besichtigung Barcelonas effektiv zu gestalten. L95, dann Hop on hop off die andere Runde voll durch und am Ende bei Haltestelle zwei aussteigen, wo auch die erste Runde eine Haltestelle hat und wo man gleich zwei Häuser des Architekten Gaudi besichtigen kann, die Casa Batllo und die Casa Mila. 


Antoni Gaudi i Cornet war ein begnadeter Architekt. Nach der Fotosession schnell ein paar Tapas und eine Cerveza und dann mit dem Bus der ersten Runde eine Haltestelle weiter, wo sich ein ehemaliges Krankenhaus befindet, das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, dessen Architektur auch sehenswert ist. 

Vom Krankenhaus sind es nur ein paar hundert Meter bis zu Gaudis Lebenswerk, der Sagrada familia. 

Was für eine faszinierende Kirche. Leider sehen wir sie nur von außen. Um hineinzukommen braucht man ein Ticket, das ausschließlich online zu erwerben ist. 

Das Internet verkündet uns, daß der nächste freie Termin der 5. Mai wäre. So lange wollen wir – bei aller Liebe – nicht in Barcelona bleiben. 

Sogar für ein Ticket der teuersten Kategorie, mit Führung und Turmbesteigung müssten wir bis zum 27. April warten.

Von der Sagrada familia nehmen wir wieder den Bus der zweiten Runde zurück zur Plaza Catalunya und das wars schon wieder für heute.

Am Donnerstag verlassen wir den L95 schon etwas früher, bei der Plaza d’Espanya mit ihren Torres venecianes, die den Eingang zu einem Messegelände bilden. 

Auch das Las Arenas ist hier, eine ehemalige Stierkampfarena, in der heute ein Einkaufszentrum etabliert ist. 


Dann geht es über die breite Prachtstraße vorbei am Congresspalast hinauf zum Museu Nacional d’Art de Catalunya, dessen Höhe wir angenehm mit Rolltreppen erklimmen.

Von dort durch den Park zum Olympiagelände und dann schnell eine Haltestelle mit dem Bus der zweiten Runde. 

Im Cafe auf der Terraza Miramar kostet ein winziges Bier (etwas mehr als ein Pfiff) € 5,50. Gestärkt besteigen wir zu Evelyns großer Freude die Hafenseilbahn, die uns in 8 Minuten hinunter zum Hafen bringt. 

Eigentlich fährt die Seilbahn ausschließlich horizontal, aber die Endstation befindet sich in einem hohen Turm aus Eisengerüst. Von diesem Turm sind es zwei Kilometer zu Fuß bis zur Kolumbusstatue und dem daneben befindlichen Maritimen Museum, welches sich in den Gebäuden der ehemaligen königlichen Schiffswerft befindet. 

Das Museum ist sehr interessant, aber am Ende tun uns schon die Füße weh, sodaß wir froh sind, als wir wieder die Plaza Catalunya erreichen.

Auch wenn uns Barcelona überaus gut gefallen hat, sind drei Tage Stadtbesichtigung genug. Daher heute Ruhetag.





Samstag 18.04.2025

Um 10:20 h brechen wir auf.

 





Sonntag, 31. August 2025

27. Iter interruptus

Freitag 15.08.2025

Um Punkt 11:00 h geht es mit 61.334 km von zu Hause los. Unser Ziel: Rumänien.

Zuerst aber fahren wir einmal die Südautobahn bis kurz nach der Abfahrt Ilz und dann über die für uns neue S7 bei Fürstenfeld vorbei Richtung Burgenland.



Und schon um 14:00 h stehen wir mit 61.576 km am Stellplatz Thorschütz in Königsdorf. Wir hätten inklusive Eintritt ins Freibad buchen können, wollen wir aber nicht. Die Betreiberin sagt, daß wir, wenn wir nur essen und trinken wollen, das Badrestaurant auch ohne Eintritt betreten können. Wir trinken Bier und faulenzen, bis die Sonne tief genug steht, daß wir einen Spaziergang zum Freibad und entlang des Seeufers machen. Der See ist nett und am Abend gibt es im Restaurant Livemusik einer keltischen Band.



Samstag 16.08.2025

Bezahlt haben wir schon gestern und daher geht es gleich nach dem Frühstück los. Ebenfalls schon gestern hab ich bemerkt, daß unsere Kühlbox in der Heckgarage nicht mehr kühlt. Sie hat ausgedient. Daher geht es zuerst einmal zurück nach Fürstenfeld zum Baumarkt Hellweg, wo wir eine neue Kühlbox von Einhell erwerben. Die alte dürfen wir dort zurücklassen, die Mitarbeiter werden sie auf den Container schmeissen.

Aber jetzt geht es auf nach Ungarn. Bei 61.703 km fülle ich bei einer Avia-Tankstelle 64,14 l Diesel um HUF 37.009,-- in den Tank und um Punkt 12:00 h parken wir mit 61.727 km in Tapolca auf einem großen Parkplatz vor dem Eingang zur Seehöhle, einer Karsthöhle, die genau unter der Stadt ist.



Aufgrund des hohen Besucherandranges gibt es Blockabfertigung und wir hören, daß unser Block erst so gegen 13:45 h drankommt.

Wir spazieren daher durch das Städtchen, trinken in einem kleinen Beisel Soproni sör und besichtigen schließlich den Mühlteich, den Mühlbach und die Gebäude rundherum.



Als es schließlich soweit ist, daß wir in die Höhle dürfen, stellen wir fest, daß wir zuerst durch das Gebäude in den ersten Stock und wieder herunter geleitet werden, wobei unterwegs überall Schautafeln mit Wissenswertem über Karsterscheinungen stehen. Erst nach dieser Bildungsrunde geht es hinunter in die Höhle und dort müssen wir Schlange stehen, bis wir drankommen, ein Boot zu besteigen. Maximal vier Personen pro Boot und der Vorderste bekommt ein Paddel. Richtig notwendig ist das Paddel aber nicht, weil man sich genauso gut am Fels der Höhlendecke oder der Wände weiterschieben kann. So schippert man eine Runde durch das Höhlensystem und das wars. Im Großen und Ganzen aber recht nett.



Um 15:45 h geht’s weiter nach Badacsonytomaj, wo ich das Tomaj-Camping am Balaton für uns ausgesucht habe. Leider komplett voll. Auch die nächsten beiden Campingplätze Richtung Westen winken ab. Alles voll. Evelyn jammmert, daß ich nicht auf sie gehört und reserviert habe. Ich antworte, daß ich meinen Prinzipien treu bleibe. In Balatonederics haben wir schließlich Erfolg. Ich erblicke einen Wegweiser zum Delta Camping. Der Platz ist sehr klein und weder auf einer App noch auf Google zu finden. Wahrscheinlich haben sie deshalb noch einen freien Platz. Um 16:45 h steht das Wohnmobil mit 61.759 km.



Am Abend gehen wir zum „Strandfürdö“. Ich hätte es mit Freibad übersetzt, Google meint daß das Wort auf Deutsch „Lido“ bedeutet. Schon am Weg dahin sehen wir unzählige Gastronomiebetriebe, aber alle sind hinter einem Zaun und man muß zuerst den Badebereich betreten, bis man zur Gastronomie vordringen kann. Aufgrund der Bewertungen im Internet haben wir uns für A Muci Streetfood entschieden und die Entscheidung war gut. Es gibt eine Weizentortilla mit Rindfleisch und Salat und einer Sauce gefüllt. Ausgezeichnet. Und natürlich Soproni sör.



Der nächste Tag bringt uns ein paar Wolken, sodaß wir keine Lust auf ein Bad im Balaton haben und daher spazierengehen. Vom Camp über die Hauptstraße 1,2 km durch die Weinberge nach Westen und dann noch 300 m durch Wald nach Süden und danach alles zurück.



Am Abend essen wir bei dem Kiosk am Campingplatz. Auch in Ordnung aber kein Vergleich mit A Muci Streetfood.

 

Montag, 18.08.2025

Um 09:55 h brechen wir auf, fahren das Nordufer das Balaton entlang bis zum Ostende, biegen dort nach Süden ab auf die Autobahn M7 und fahren auf dieser vorbei an Szekesfehervar nach Budapest, wo wir um 13:20 h mit 61.950 km im Arenacamping in der Pilisi utca einen Stellplatz (keine Parzellen, freie Platzwahl) beziehen, den Evelyn per Email vorreserviert hatte.

Gleich beim Campingplatz gibt es eine Bushaltestelle und wenige Stationen weiter ist der U-Bahn-Endbahnhof Örs vezer tere. Wie in Prag dürfen Menschen über 65 alle Öffis kostenlos benutzen. Wir fahren mit der U-Bahn bis zum Kossuth Lajos ter und nach Verlassen der Unterwelt ragt das ungarische Parlamentsgebäude vor uns auf.Dann spazieren wir die Donau abwärts bis zur Szechenyi-Brücke. Dort vergönnen wir uns ein Bier und ein Cola. Danach gehen wir über die Brücke, die – vermutlich wegen des nahenden Nationalfeiertages – für jeden Fahrzeugverkehr gesperrt und nur für Fußgänger frei ist und wieder zurück, zum Deak Ferenc ter und quer durch die Innenstadt zu unserem Ausgangspunkt beim Parlament. Dann nehmen wir die U-Bahn zum Camping.



Wir haben festgestellt, daß es für die Hop on – hop off – Busse tickets zu verschiedenen Preisen gibt. Alle gelten für die gleichen Leistungen. Zwei verschiedene Bustouren, eine Bootsrunde auf der Donau und eine geführte Wanderung in Buda, dem westlichen Stadtteil. Der Unterschied liegt in der Gültigkeitsdauer, 24, 48 oder 72 Stunden. Wir erwerben Tickets für 48 Stunden, fahren wie gestern mit den Öffis ins Zentrum und Besteigen am Deak Ferenc ter dann einen Bus. 



Mit diesem fahren wir eine große Runde durch ganz Budapest und steigen ein paar Mal aus, um Detailerkundung zu machen. Sehr gut gefällt mir die Kaiserin-Sissy-Brücke. Wir bestaunen auch die zahlreichen Militärhubschrauber, die schon für morgen vorüben und vor dem Parlamentsgebäude über der Donau ein „Hubschrauberballett“ fliegen.



Zurück beim Wohnmobil meint Evelyn, daß sie schon seit drei Tagen an eigenartigen Kopfschmerzen leidet, die sich wie Stromschläge anfühlen. Ich sage, daß man so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen soll und wir daher besser unsere Reise abbrechen.

 

Mittwoch 20.08.2025

Gleich am Morgen packen wir ab und fahren über die Autobahn auf kürzestem Weg nach Villach. Der Weg von Budapest bis Österreich zieht sich. Unterwegs versuchen wir erfolglos zuerst in Hartberg im Gasthof Post und dann in Gundersdorf beim Florlwirt, ein Essen zu erhalten.

Um 17:05 h stellen wir das Wohnmobil mit 62.490 km zu Hause ab.

Wir sind 1.156 km gefahren.

 

PS.: Nach mehreren Arztkonsultationen im Laufe von zwei Wochen diagnostiziert die Neurologin der Privatklinik bei Evelyn eine massive Gehirnhaut- und Rückenmarkentzündung, hervorgerufen durch Borrelien. Nach drei Wochen stationärem Aufenthalt mit täglichen Infusionen von Antibiotika, wird Evelyn wieder als geheilt entlassen.

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T=6

TG=423

TJ=22

J=2.373

S = 41.203

 

Montag, 16. Juni 2025

26. Durchs Mießtal in die Untersteiermark

Heutzutage müßte es korrekt heißen: Skozi Slovensko Koroško do Štajerske. Sowohl das Mießtal als auch die Untersteiermark gehören seit 1918 zu Slowenien. Das Mießtal heißt jetzt Slovenska Koroška, also Windisch Kärnten.

Mittwoch, 11.06.2025

Um 09:00 h geht’s mit 59.953 km los. Die 421 km seit der Fahrt nach Istrien hat Peter mit einem Pfingstentrip nach Bibione raufgespult. Wir fahren heute nach einem kurzen Stop bei Falle auf die Südautobahn Richtung Wien und bleiben auf dieser bis zur Abfahrt Griffen. Dann geht es über Ruden und die Jörg-Haider-Brücke nach Bleiburg und zum Grenzübergang Grablach. Nach dessen Überquerung sind wir auch schon im Tal der Mieß oder heute Meza. Wir fahren langsam und gemütlich durch Ortschaften wie Mezica und Črna na Koroškem und stellen fest, daß in der ganzen Gegend viel Bergbau betrieben wird bzw. wurde. In Šoštanj, der letzten Ortschaft vor unserem Ziel steht auch ein großes, nach wie vor in Betrieb befindliches Kohlekraftwerk. Um 12:00 h erreichen wir Velenje und stellen das Wohnmobil mit 60.103 km im Camp am Velenjsko jezero ab.

Das Camp ist schön mit viel Wiese und freier Standplatzwahl. Nach einem Ankunftsbier im Campingrestaurant mache ich die Fahrräder flott und gleich geht es einen Kilometer nach Nordosten zur Kohlengrube mit dem Bergbaumuseum Muzej Premogovništva Slovenije auf 160 m Tiefe. Leider sind alle Führungen bis einschließlich Freitag komplett ausgebucht, erst Samstag sind wieder ein paar Termine frei. Schade, das wäre echt interessant gewesen. Das „Grubendinner“ hätten wir sowieso nicht in Anspruch genommen, weil € 800,-- pro Person für ein Haubenmenü mit vier Gängen auf 160 m Tiefe ist uns entschieden zu teuer.


Wieder rauf auf die Fahrräder und zwei Kilometer weiter in die Stadt hinein bis unter die Burg und dann zu Fuß zur Burg hinauf. Der Eintritt kostet € 4,-- pro Person. 

Das Ticketoffice ist gleich das erste Museumsstück, es ist eingerichtet als Trgovina, also als ländlicher Greißlerladen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert.


Der nächste Raum ist eine Gostilna, also ein Gasthaus aus derselben Zeit. Es folgen mehrere Ausstellungen, sodaß wir letztendlich fast drei Stunden im Burgmuseum verbringen.

Danach geht’s noch geschwind zu Fuß zum Titov Trg mit der größten Titostatue der Welt und dann mit den Rädern zurück ins Camp.


Das Radwegenetz ist so gut ausgebaut, daß es sogar Evelyn Spaß macht.

Donnerstag, 12.06.2025

Um 09:10 h brechen wir auf und fahren auf Nebenstraßen quer durch die Pampa nach Slovenska Bistrica, wo wir nach Norden abbiegen und bis zum Vintgar Tennis Center in Zgornja Bistrica fahren. Beim Center zeigt ein großes Schild, daß der Parkplatz hier auch gleichzeitig Parkplatz für Wanderungen in die Klamm Bistriški Vintgar ist.

Stop um 11:00 h mit 60.157 km.

Dann geht es zu Fuß weiter, 5 km immer den Bach entlang, die Südseite des Pohorje, des Bacherngebirges hinauf bis zu unserem Ziel, dem Wasserfall Slap Šum. 

 

Finde den Wasserfall

Der Wasserfall ist – worauf eigentlich schon sein Name schließen läßt – so von Wald verdeckt, daß er eine Enttäuschung ist, aber die Wanderung war sehr schön. Ein klassischer Fall von „Der Weg ist das Ziel“.

Nach 10.917 Schritten sind wir um 13:45 h zurück beim Wohnmobil und fahren nach Maribor. In Slovenska Bistrica beschert uns das Navi eine Ehrenrunde, aber schon um 14:30 h erreichen wir mit 60.187 km das Camp Kekec knapp unter der Talstation der Pohorje-Seilbahn.

Da der Campingplatz in der Umgebung keinerlei Konkurrenz hat, ist er komplett voll. Die freundliche Rezeptionistin, die sehr gut deutsch spricht, sagt, daß wir bis 18:00 h warten müßten, ob vielleicht ein Camper, der reserviert hat, nicht kommt. Die Chancen sind gering, aber zur Not können wir einen der vier Stellplätze mit Stromanschluß vor der Einfahrt benutzen. In diesem Fall sollen wir morgen früh in den Platz einfahren, sobald ein anderer Camper weggefahren ist.

Freitag früh gehe ich zu dem Rezeptionisten, der heute Dienst hat und sage, was gestern mit seiner Kollegin vereinbart wurde. Er fährt eine Runde mit seinem E-Roller und hat sofort einen freien Platz, den er uns zuweist. 

Also Wohnmobil in den Platz hinein überstellt, drinnen zum Wohnen fertig gemacht, Sanitäranlagen benutzt und dann Abmarsch Richtung Bushaltestelle. Den Bus verlassen wir am Glavni trg, überqueren diesen, gehen durch die Poštna ulica hinauf zum Slomškov trg und besteigen den Stadtpfarrturm.

Das Kalvarienbergkircherl vom Turm des Doms aus gesehen
 
Wieder am Boden angelangt, geht es zurück auf den Glavni trg auf ein Bier, dann weiter die Koroška cesta hinauf bis zum Markt, der tageszeitlich bedingt schon ziemlich abgebaut wird, runter zur Drau, vorbei am Richtturm und zur Stara Trta, dem ältesten Weinstock der Welt, der über 400 Jahre alt ist.

Da wir nicht beabsichtigen, Wein um € 20,-- pro Flasche zu kaufen, nur weil er vom ältesten Stock ist, geht es durch die Fleischhauergasse zurück zum Hauptplatz, zur Vetrinjska ulica und schließlich zum Grajski trg mit der Burg und dem darin befindlichen Museum. 

Grad Maribor
 
Nach ausgiebigem Besuch der Burg nehmen wir noch ein Bier, ich telefoniere mit Max, um ihm zu seinem „Fastgeburtstag“ zu gratulieren und erfahre, daß er bis Sonntag in Wien ist. Dann geht es durch die Herrengasse zurück und mit dem Bus zum Camp. Nach kurzer Erfrischung spazieren wir zur Talstation der Pohorje-Seilbahn und essen in der dort befindlichen Pizzeria.

Samstag 14.06.2025

Ich bezahle € 20,-- für die erste Nacht und € 33,-- für die zweite und um 09:40 h machen wir uns auf den Weg. 

Gornja Radgona

Schon eine Stunde später parken wir bei 60.234 km in Gornja Radgona. 800 m sind es vom Parkplatz zur Brücke über die Mur und wir wandern nach Österreich, drehen eine Runde durch die Altstadt von Bad Radkersburg und kehren dann zum Wohnmobil zurück.

 

Bad Radkersburg

Um 11:50 h hab ich das neue Ziel ins Navi einprogrammiert, das Navi hat den Weg über Österreichs südöstlichsten Zipfel ausgewählt und wir fahren zum Parkplatz bei der Tromeja, dem Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien.

Denkmal mit Dankesinschrift an die Rote Armee für die Befreiung Europas vom Faschismus

Um 12:40 h ist mit 60.262 km dieses Zwischenziel erreicht. Vom Parkplatz für die Mountainbiker geht es ungefähr 700 m steil bergauf bis zum Dreiländereck.

Um 13:50 h beschließe ich, anstatt der bisher ins Auge gefassten Tagesziele einen anderen Stellplatz für heute auszusuchen und meine Wahl fällt auf den beim Bukovinsko jezero. Nach einer Fahrt über das Dorf Trdkova und durch die Pampa langen wir um 15:00 h mit 60.307 km dort an.

Parkscheinautomat, € 25,-- für 24 Stunden und der Strichcode am Parkschein gewährt Zutritt zum Stellplatz mit Stromanschluß, zu den Sanitärräumen, gewährt 10% Nachlaß beim Restaurant Brunarica und der Erfrischungsstation Cuffi und sogar 20% Nachlaß beim Abenteuer-Märchen-Park für Kinder.

Der See selbst ist eine Froschlacke, die nicht zum Baden einlädt. Aber die Umgebung dürfte ganz nett sein. Es werden Energieplätze beworben und auch Wanderwege sind ausgeschildert, es gibt einen Waldlehrpfad, eine Kapelle usw.

Das Essen ist gut. Ein Schild verkündet: No Cola, no Čevapčići, no Pizza. Es gibt nur typische regionale Speisen. Da wir spät dran sind, ist das Angebot aber nur mehr eingeschränkt. Im wesentlichen gibt es Bograč, ein Gericht nach Art einer Gulaschsuppe, aber mit größeren Fleischstücken von drei Sorten Fleisch und Erdäpfeln. Geschmacklich ausgezeichnet. Evelyn kriegt etwas unübersetzbares, die freundliche Kellnerin versucht, es auf kroatisch zu erklären und es kommen „gebackene Eier“ heraus. Serviert wir schließlich ein Stück Torte mit einer Beerenfüllung und komplett bedeckt mit zu Windbäckerei gebackenem Eischnee. Ebenfalls geschmacklich ausgezeichnet, aber eben nicht das, was man sich als Hauptspeise vorstellt. Schließlich passt aber die Menge für uns beide.

Sonntag, 15.06.2025

Aufbruch um 08:50 h und schon um 09:20 h parken wir mit 60.324 km unter dem Aussichtsturm des Weinbauern vom Vinarium Lendava. 

Für den Aufstieg sind wir zu faul und nachdem der Eintritt pro Person € 7,-- kostet, sind wir der Ansicht, daß da schon der Lift drinnen sein muß, der uns auf eine Höhe von 42 m bringt. Von hier sieht man vier Länder: Österreich, Ungarn, Kroatien und Slowenien. 

Österreich   

Ungarn

Kroatien


Slowenien

Nach einem Kaffee geht’s um 10:00 h weiter und nach einer Stunde Fahrt über typische Weinhügel gelangen wir nach Jeruzalem.

Die Kirche hat ein Altarbild einer trauernden Madonna mit dem toten Jesus, dessen Vorbild in Jerusalem hängt. 

 

Daher der Name der Ortschaft. Angeblich soll man vom Hügel bis nach Ungarn sehen, heute geht es schon wegen dem Dunst nicht, sodaß wir auch gar nicht lange suchen, um einen Platz zu finden, an dem dies wenigstens rein theoretisch möglich wäre. Wir fahren daher nach einer halben Stunde weiter und nähern uns nach einer weiteren halben Stunde der kleinen Ortschaft Zamušanj bei Gorišnica, wo ich meinen alten Freund Franc Fajfar, den Retter aller autoschraubenden Studenten vermute. Eine alte Frau, die im Garten sitzt, kann kroatisch und sagt auf meine Frage nach Franc, daß ich geradeaus bis zum Feuerwehrhaus fahren soll und gleich danach rechts hinauf. Franc' Haus sei das erste. Ich fahre bis zum Feuerwehrhaus und frage beim ersten Haus links. Volltreffer. Franc' Haus ist ein paar Meter weiter auf der rechten Straßenseite. Ich läute und er öffnet die Tür, erkennt mich aber erst beim Reden. Schnell hole ich Wohnmobil und Evelyn und dann werden wir auf der Terrasse mit Kaffee und Kirschenkuchen bewirtet. Franc freut sich über den Besuch und wir plaudern von alten Zeiten, alten Bekannten und unser beider Leben in den letzten vierzig Jahren. Zum Abschluß zeigt uns Franc noch sein Schmuckstück: Einen Mercedes 220 Baujahr 1957 in silber. Von ihm selbst in 3.600 Arbeitsstunden restauriert, sodaß er aussieht wie aus dem Schaufenster.

Nach eineinhalb Stunden fahren wir weiter und um 14:20 h endet unsere letzte Etappe dieses Tages mit 60.397 km beim Camperstop Terme Ptuj. Die Preise sind geschmalzen: Ohne Eintrittskarte in die Erlebnistherme für den reinen Stellplatz € 32,-- würden wir den Campingplatz wählen, käme der ohne Thermeneintritt auf € 51,--!

Wir spazieren zu Fuß in die Altstadt gehen bis hinauf auf die Burg 

und wieder herunter, wundern uns, daß die Stadtpfarrkirche St. Georg zugesperrt ist und das an einem Sonntag um 17:00 h! 

 

Der Kirchturm ist ein freistehender Campanile, gleich daneben steht das sogenannte Orpheusdenkmal. Ein fünf Meter hoher Grabstein eines römischen Statthalters aus dem 2. Jahrhundert. Das nächste Gebäude ist das sehr schöne Stadttheater mindestens genauso schön ist wenige Meter weiter das Rathaus. 

 

Durch die Gasseln gehen wir zurück zur Fußgängerbrücke über die Drau und kehren dort in die Gostilna Ribič ein. Einmal Beef tartar, ein kleiner Salat und geschmorte Kalbsbackerl, ein Radler und ein großes Bier kosten € 55,--, was wir angesichts der hervorragenden Qualität als durchaus angemessen empfinden.

Montag, 16.06.2025

Um 05:00 h gehe ich pinkeln und es ist trocken.

Um 06:10 h regnet es.

Um 09:10 h brechen wir auf.

Das Navi fühlt sich mehrfach gepflanzt.

Kurz vor Celje hört der Regen auf.

Überkopfwegweiser geben bekannt, daß der Hafen Koper geschlossen ist. Warum läßt sich nicht herausfinden.

Es bleibt bis Villach trocken um 12:15 h stellen wir das Wohnmobil mit 60.638 km zu Hause ab.

Wir sind 685 km gefahren.

 

Nachtrag: Ein paar Tage später 65,57 l Diesel getankt, daher Verbrauch während der Reise sagenhafte 9,57 l/100 km.

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T=6

TG=417

TJ=16

J=1.217

S = 40.047