Mittwoch, 23. Juni 2021

7. Dalmatien

 



 

Mittwoch 09.06.

Ab in Villach um 10:14 bei 110.635 km

Bei 110.636 noch vollgetankt.


Ravberkomanda Nellböcks getroffen.


Um 13:45 im Autokamp Plovile in Novi Vinodolski eingetroffen.

Kilometerstand 110.892



Restoran Lucija 5 min zu Fuß u luci.


Donnerstag 10.06.

Abfahrt um 09:00


Kurz vor Karlobag Pause in Bucht, Nellies baden, sehr kalt.

In Karlobag Čevapćići.


Am Ende des Velebitski-Kanales über Posedarije nach Novigrad gefahren. Mir gefällt es, weil es so versteckt ist, Evelyn weniger.


Quer durch die Pampa nach Biograd. Dort vorerst keinen passenden Platz gefunden. Wollten schon nach Pakoštane, als wir das Kamp Bakija entdecken und bei 111.104 das Womo abstellen. Total geiler Platz geführt von freundlicher älterer Frau. Und saubillig. 2 Wohnmobile mit insgesamt 4 Personen inklusive Stromanschluß für eine Nacht Kn 310,-- = € 42,--


  Freitag 11.06.


Zuerst nach Šibenik. Stadtbesichtigung, danach nach Primošten, Runde außen um die Stadt.



Bei 111.231 km getankt und bei 111.234 km in der Marina Kaštela den Motor abgestellt.

Die Lovrečina kann sogleich bezogen werden.


1 WOCHE Segeln Vis (Komiža) – Biševo-Vis (Stončica 2 Tage) – Šćedro (2 Tage) – Marinkovac (vor Antonio Patak) – Bobovišće – Marina Kaštela.



Samstag 19.06.

Abfahrt 10:15

Wir fahren nach Süden.


Zwischen Baška Voda und Makarska auf den Platz Krvavica eingebogen. Auf den ersten Blick gefällt der Platz nicht. Beim Wenden ein lautes Geräusch – Bremsbacken verloren. Daher Zwangsaufenthalt bei 111.298 km.



Abendessen in der konoba Bratuš, Schlummer-Mojito in der Strandbar Sahara (sehr lässig)


Sonntag 20.06.

Spaziergang am Meer entlang nach Makarska und zurück.


 

Abendessen wie gestern, im Sahara dann Caipirinha für Evelyn Moscow mule und danach white Russian für mich.



Montag 21.06.

09:00 kein Mechaniker

11:00 kein Mechaniker, aber ein Bote, der Bremsbacken bringt.

Werkzeug eingekauft.

Schraube geht nicht auf.

Mechaniker kommt so gegen 15:00.


16;30 Abfahrt

Bei Maslenica runter von der Autobahn und kurz vor Starigrad Paklenica Autokamp Pisak um 18:30 bei 111.506 km.


Dienstag 22.06.

Abfahrt 07:15

Karlobag Kaffee und Baklava

Senj besichtigt

In Illirska Bistrica bei 111.726 km getankt

Ab Autobahn (111.762 km) Ruckeln spürbar.


Um 16.45 bei 111.904 km in Villach abgestellt. 1.206 km gefahren.


Das Ruckeln hat sich ein paar Tage später durch einen total kaputten Hinterreifen erklären lassen, der sich aufgelöst hat.

T=14

TJ=24

TG=43

S=4.615

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Sonntag, 6. Juni 2021

6. Galitzenklamm

Villach ab 03.06.2021 09:00 bei 110.415 km


An Amlach bei 110.527.


Der Camping Amlacherhof ist sehr schön. Leider ist die Kaiservilla, in der auch die Schwester von Kaiserin Sissi zu Gast war, etwas renovierungsbedürftig.



Zu Fuß ca 40 min zur Klamm. Familienklettersteig hat mich schon an meine Grenzen gebracht, weil keine Kraft in den Armen.



In der Jausenstation keine Fragen nach Tests oder 3 G, keine Masken – super.

Abendessen beim Womo Spaghetti mit Pesto all'arrabiata.


Freitag 04.06. Gut geschlafen bis kurz nach 07:00

 

Nach langer schwieriger Überlegung entschieden: Heute kein Klettersteig, sondern Wanderung zum Tristacher See. 

 

Schönen Steig gefunden, der weit höher hinaufgeht, als notwendig. Bis „zur Gletscherzunge“ auf 880m. 

 

Kurz vor dem Ziel den „Alten See“ umrundet. Schöne Pflanzenwelt

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

und herzige Wildentenküken gesichtet.

 


Im Buffet vom Freibad keine Frage nach G oder sonstigen Blödsinn.

 

 

 

 

 

Nach Rückkehr am Abend Spaziergang über den Wiesenweg nach Lienz (2 km). 


 

Hauptplatz voll, aber nur zwei Lokale zum Speisen. Das Gösserbräu und das Adlerbräu. Polizei in Zugstärke. Beim Gösser kein Platz im Freien. Getränk im Cafe daneben. Kellnerin: „Seid's eh geimpft, getestet oder genesen?“ - „Ja.“ 

Nachfrage beim Wirt vom Adler: Er gibt uns Bescheid, wenn Tisch frei, daher noch ein Getränk beim Nachbarn. Als Tisch frei wird keinerlei Fragen. Gutes Früchtecurry mit Hühnerbrust und Mandelreis und ausgezeichnetes Kalbsbeuschl.


Am Nachhauseweg an roter Ampel mit Radfahrerin geplaudert, die froh war, zu erfahren, dass es Gleichgesinnte gibt. In der Nacht Sodbrennen.


Samstag 05.06.

Aguntum

Sehr interessant. Nicht nur die Mauerreste, sondern insbesondere auch der Vergleich der Kosten von Waren und Dienstleistungen des täglichen Lebens.


Villach 110.635 km. 219 km gefahren.

T=3

TJ=10

TG=29

S=3.409

 


 

Donnerstag, 6. Mai 2021

5. Ulika

5. Ulika

Ulika ist ein kroatisches Wort für Olive. Normal sagt man für Olive auf kroatisch Maslina. Ulika ist ein eher selten gebrauchtes Wort, ein altes Wort. Es wird hauptsächlich in Istrien verwendet. Nördlich von Poreć, bei Červar ist ein schöner, großer FKK-Campingplatz, der Ulika heißt. Zur Saisoneröffnung wollten wir dorthin.

Das Wohnmobil hat – nach Abmeldung über den Winter – ein neues Kennzeichen erhalten, aber deswegen werde ich die Adresse der blog-Seite auch nicht ändern. Los ging es am 29.04.2021 um 11:00 h bei 109.831 km.

Der Kauf der slowenischen Autobahn-Vignette beim ARBÖ brachte schon Anlaß zu Heiterkeit. Die Angestellte machte ein dummes Gesicht, da ich auf die Frage nach dem Rechnungsadressat „Hajko Lampersberger“ antwortete und kurz darauf Mario Lovrenović, der Mann meiner Sekretärin Josipa den Raum betrat und wir einen Plausch auf kroatisch begannen.

Hrastovlje

Die slowenische Grenze nach dem Karawankentunnel war unbesetzt, sodass wir ungehindert und ungefragt, unbehelligt von jeglichem Maßnahmenwahn einreisten. Der Verkehr war nicht sehr dicht, aber in Hinblick darauf, dass es Donnerstag war, auch nicht auffallend schwach. Die Autobahnraststätten hatten die Restaurants geschlossen.
Bei der Abfahrt Črni Kal verließen wir die Autobahn und fuhren durch die Pampa nach Hrastovlje. Zum ersten mal fand ich das alte Wehrkirchlein ungeöffnet vor und wir konnten das Innere, das völlig mit Fresken aus dem 15. Jh. ausgemalen ist, betrachten. Um € 3,-- bekamen wir sogar eine Audio-Datei in deutscher Sprache vorgespielt, die die Bedeutung der Fresken erläuterte.

Kurz nach Hrastovlje kamen wir mitten in den Bergen an die kroatische Grenze. Der Grenzpolizist wollte nur unsere Antigen-Testbestätigungen sehen, und ließ uns nach der Frage „Where do you go?“ und der Antwort „Poreć" ungehindert einreisen. Allerdings hat er sicher überprüft, ob wir uns im Internet für die Einreise nach Kroatien angemeldet hatten, weil sowohl Evelyn als auch ich genau während der Kontrolle SMS des kroatischen Innenministeriums erhielten, in denen bestätigt wurde, dass wir unsere „enter Croatia-Formulare“ vollständig ausgefüllt hätten.

Wir wählten die Strecke über die zentralistrische Autobahn auch wenn dies einen kleinen Umweg bedeutete und fuhren über Buzet nach Pazin, sodaß wir uns schließlich Poreć bzw. Červar von Süden näherten. Die junge Frau an der Rezeption war sehr freundlich, sagte, dass wir uns einen beliebigen Platz aussuchen könnten, nachdem ohnehin kaum Gäste da waren und gab uns auch die Nummer jenes Platzes bekannt, den unsere Freunde Franz und Susi Printschler reserviert hatten.

Ein Concorde
Wir parkten das Wohnmobil bei einem Kilometerstand von 110.150 km auf einem Platz in der zweiten Reihe vom Meer und eine Etage höher als die erste Reihe, genau über dem Platz der Printschlers. Kaum hatten wir uns eingerichtet, erschienen auch schon Franz und Susi, die wir eigentlich erst einen Tag später erwartet hätten, mit ihren beiden Hunden in ihrem Concord-Womo samt Mercedes C-Klasse Cabrio am Anhänger.

Sobald auch die Printschlers sich eingerichtet hatten, begaben wir uns zum Abendessen in den Grill Ulika. Evelyn wählte Cape sante als Vor- und Trüffelnudel als Hauptspeise, ich wählte die Trüffelnudel als Vorspeise und nahm danach einen Branzin.

Der Regen, der schon vor dem Abendessen begonnen hatte, hörte nicht auf, sondern wurde stärker und stärker und so mußten wir ohne Schirm unschützt durch einen totalen Guß nach Hause laufen, sodaß wir völlig durchnässt wurden.


Freitag 30.04.

In der Früh machte ich mit Evelyn einen Spaziergang durch den Campingplatz und wir besichtigten auch den Bootsslip und das Mini-Hafenbecken. Würde doch glatt für die Slainte passen. Danach beschlossen wir, nach Poreć zu fahren und einen Stadtspaziergang zu machen. Ich bemerkte, dass die Kroaten generell die Coronaregeln auslegten wie schon gestern der Wirt vom Grill Ulika: Gastronomie erlaubt ist ausschließlich im Freien. Wenn man eine überdachte Terrasse komplett mit Glas verschließen kann, wie einen Wintergarten, ist die Terrasse trotzdem „im Freien“. Die Kroaten sind ein kluges Volk.

Restoran Santa Marina
Weil wir vergessen hatten, Olivenöl mitzunehmen, wollten wir welches kaufen und zwar nicht im Geschäft, sondern bei einem Bauern. Franz hatte eine Empfehlung, Mario, der aber nicht zu
Hause war. Also begaben wir uns zum Nachbarn, kauften Olivenöl und Malvazija und verkosteten letzteren ausgiebig. Da der Wein den Appetit gefördert hatte, beschlossen wir gleich, zu einem Lokal zu fahren, um das Abendessen einzunehmen. Franz und Susi empfahlen das „Madalu“ in der uvala Sveta Marina als gut und originell, es war aber geschlossen. Also begaben wir uns zum Nachbarn ins Restoran Santa Marina. Ich wählte einen Oslić gebraten in Knoblauchsauce, Evelyn nahm denselben Fisch gebacken. Es hat gut geschmeckt und die Printschlers meinten, dass das Lokal noch besser sei, als das ursprünglich von ihnen empfohlene.

Samstag 01.05.2021 


Vormittag fuhren wir zu einem Einkauf zum Lidl in Poreć, danach gab es ein bißchen faules Herumhängen. 

Am Abend fuhren wir nach Červar Porat, um in der konoba Ani zu essen.Es gab ausgezeichnete Dagnje na buzaru und danach Škarpina. Am Rückweg zum Auto wurden wir wieder begossen. Zurück im Camp setzten wir uns noch zu den Printschlers auf mehr als eine Flasche Wein.

Sonntag 02.05.2021

Heute wegen gestern geschlossen.

Am Abend gingen nur Evelyn und ich in den Grill Ulika auf Lignje na žaru und Čevapćići.

Montag 03.05.2021


Zuerst fuhren wir nach Grožnjan, das Künstlerdorf, dass ich bei jedem Istrienaufenthalt besuche. Neu für mich waren mehrere "Schiffsmodelle" die irgendwelche Künstler aus allen möglichen Schrott zusammengebastelt hatten. 

Auch konnte ich nicht widerstehen, in einem der kleinen Läden ein paar Trüffelspezialitäten zu kaufen. 

Nach einem Getränkestop fuhren wir nach Motovun, wo wir ein Lokal zum Mittagessen fanden. Es gab Nudel mit Gorgonzola und Nüssen, für mich mit umak od vrhnja statt Pistazien und pršut.
Am Abend fuhren wir auf ein ausgezeichnetes beef tartar ins Danijela.

Trüffelpasteten


Dienstag 04.05.2021

Es begann mit einer Fahrt nach Vrsar und Besichtigung dieses Örtchens. Sogar Giacomo Casanova hat Vrsar einen Besuch abgestattet und sich einige Zeit dort aufgehalten. Zu Mittag kamen wir in eine kleine Ortschaft namens Gradina. Wir fanden ein schönes großes Lokal und setzten unns in den Gastgarten. Ich bestellte Lamm auf traditionell istrische Art (mit Saft gekocht und mit Nudeln). Es schmeckte ausgezeichnet.

Vrsar

Am Abend luden wir die Printschlers als Ausgleich für vorgestern zu uns und süffelten Prosecco und Bier.


Mittwoch 05.05.2021

Die Heimreise verlief unspektakulär. In Umag haben wir 53,9 l um 525,-- Kuna bei 110.178 km getankt. Nach dem Karawankentunnel stand ein Gefreiter des Bundesheeres:

Wo fahren sie hin?“ - „Nach Villach.“

Wo kommen sie her?“ - „Aus Laibach.“

Was haben sie dort getan?“ „Etwas holen wollen, bin aber gescheitert.“

Haben sie einen Test?“ - „Nein, ich bin gesund.“

Er plapperte etwas über die geltenden österreichischen Einreisebestimmungen, worauf ich es vorzog zu schweigen, anstatt ihm mitzuteilen, was ich davon halte, wenn Verbrecher Gesetze machen.

Wann sind sie hinuntergefahren?“ - „Heute früh.“

Fahren sie links ran.“

Ich ließ den Motor laufen. Sollte er doch die Abgase genießen. Bereits nach 4 Minuten war es ihm zuviel geworden und er kam mit unseren Pässen zurück.

Würden Sie heute oder morgen einen Test machen?“ „Nein!“

Evelyn: „Ja!“ Und zu mir gewandt meinte sie, ich solle nicht so blöd sein, der arme Gefreite wolle eh nur eine positive Antwort hören. Als ich daraufhin sagte, dass ich doch einen Test machen würde, wenn meine Frau dies so wolle, antwortete er „Ok. Machen sie einen. Gute Fahrt.“

Ankunft in Villach um 14:35 mit 110.414 km. 583 km gefahren.

Es war eine nette Woche in der man den österreichischen Corona-Wahnsinn vergessen konnte.

T=7

TG=26

S=3.190

 


 


 


Sonntag, 28. Juni 2020

4. Lesachtal

Eigentlich sollte dieser Blog ja so etwas wie ein Fahrtenbuch für das Wohnmobil werden. Zur Zeit sieht es so aus, als würde er auch ein Klettersteigbuch. Schon ungefähr 14 Tage zuvor hatten wir geplant, für ein paar Tage ins Lesachtal zu fahren. Zuerst wollten wir den Klettersteig in der Millnatzenklamm gehen und dann auf den Plöckenpaß fahren oder irgendwo im Gailtal andere Klettersteige aufsuchen. Doch wie so oft kam es anders. Am 

Mittwoch den 24.06.2020 ging es los. Abfahrt war um 09:25 bei 106.989 km. Wir fuhren durch das Gailtal bis Kötschach-Mauthen und dann weiter nach Westen hinauf ins Lesachtal. Ich hatte ja schon gewußt, was auf uns zukommt und ich fand es auch gar nicht schlimm, aber Evelyn machte die kurvenreiche, manchmal steil ansteigende Lesachtalstraße nervös. Noch nervöser wurde sie, als wir in Klebas scharf rechts abbiegen und eine sehr schmale Straße steil hinauf nach Tscheltsch und weiter nach Ladstatt fahren mußten. Sie hegte solche Befürchtungen, daß wir letztendlich nicht weiterkommen würden, daß ich schließlich 2,5 km vor dem Einstieg zum Klettersteig bei einem schönen großen Bauernhof stehenblieb, um Auskunft einzuholen. 

Der Bauer war eine würdige Type. Seine erste Äußerung war: „Der Klettersteig ist zu.“ Dann kam er darauf zu sprechen, daß nach einem Sturm im Vorjahr sehr viele umgestürzte Bäume herumliegen würden und er als Errichter des Klettersteiges diesen erst freigeben würde, wenn alles aufgeräumt sei, daß man aber im wirklichen Leben ruhig gehen könne, es sei halt auf eigene Gefahr, er übernähme keine Haftung. 

Er erwies sich als ausgesprochen redselig und ich erfuhr, daß er Alpinpolizist sei, bei der Bergrettung, daß er früher viel geklettert sei und vor ein paar Jahren lange nachgedacht habe, ob er sich in die Niederungen der Klettersteiggeher hinabbegeben sollte, daß er 6000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in den Klettersteig und den Walderlebnisweg investiert habe, daß seine Frau Villacherin aus Vassach sei und daß er mit Micha Tiefenbacher in die Schule gegangen sei. Mit einem Blick auf meine Sebago-Docksides Segelschuhe meinte er, daß der Steig mit diesen Schuhen vielleicht doch nicht begangen werden sollte und als ich antwortete, daß ich dafür andere Schuhe mithätte, konterte er gleich, daß er wisse, daß ein Mensch, der eine Löffler Berghose trägt, auch über anderes Schuhwerk verfügt. Schließlich war auch Evelyn dazugekommen und wir beendeten das Gespräch mit der Auskunft, daß schon einmal ein 34-Sitzer Bus bis zum Parkplatz beim Einstieg gefahren sei. 

Der Klettersteig selbst gefiel mir gut, besser als Evelyn, die meinte, daß er „ein bißchen leicht“ gewesen
sei. Landschaftlich war er wunderschön, allerdings hatte er nur eine einzige etwas schwierigere Stelle. Da gab es sogar zwei Varianten. Rechts vom Wasserfall hinauf „B/C“ oder links „C/D“. Ich meinte, daß ich die C/D-Stelle schaffen könnte. Es wäre meine erste gewesen. Nach einer Weile der Besichtigung erinnerte ich mich aber daran, daß ich mich etwas schwach fühlte und so ging auch ich – wie Evelyn von Haus aus – rechts. 

Nach dem Abstieg hatten wir noch einen kurzen Aufenthalt beim letzten Bauern. Der hatte in seiner Hofdurchfahrt Siloballen so abgelagert, daß ich nur langsam und vorsichtig mit dem Wohnmobil zwischen Siloballen und Zaun durchbasteln konnte. Und genau an dieser Langsamkeit scheiterte das Ganze. Der Untergrund war weich und mit vollem Wassertank sanken wir mit den Rädern so tief ein, daß wir fast stecken geblieben wären. Mit Schwung wäre es gegangen, aber für eine schnelle Durchfahrt war mir die Sache zu eng. Also warten, bis der Bauer sich vom Mittagsschlaf erhoben hatte, um einen Siloballen beiseite zu schaffen. 

Nun machten wir uns auf zum „Panoramacamping Lesachtal“. Dort war alles zu. Ein Zettel an der Haustür verwies Lieferanten auf eine Handynummer. Ich rief sie an und es meldete sich der Eigentümer. Der Pächter sei nicht da, er habe einen Arzttermin und käme erst morgen. „Stellt Euch irgendwo hin und zahlt morgen, wenn ihr fährt. Wenn der Pächter dann noch immer nicht da ist, zahlt ihr eben nix. Strom ist eingeschalten, die Sanitärräume sind offen.“ 

Es wurde ein beschaulicher Spätnachmittag und Abend auf einem schönen Naturplatz mit blauem
Himmel. Nur die höchsten Gipfel der Karnischen Kette waren in Wolken gehüllt. Zum Abendessen gab es Paradeiser und Mozarella ohne Basilikum und mit Sonnenblumen- statt Olivenöl. Geschmeckt hat es trotzdem. 

Donnerstag, 25.06.2020 
In der Nacht hatte es zugezogen und irgendwann wurde ich wach und stellte fest, daß es in Strömen regnete. Gleich schlief ich wieder ein und schlief noch besser, während der Regen auf das Dach trommelte. Als ich um 06:00 aufstand, schreckte irgendwo in der Nähe ein Reh lange und ausdauernd. Der Himmel war komplett bedeckt und der Regen wechselte immer wieder zwischen Nieseln, Landregen und Guß. Schon um halb sieben läuteten rundherum alle möglichen Kirchenglocken. Kirchen und Kirchlein gab es hier etliche. Beim Frühstück konsultierten wir unsere Wetter-Apps und stellten fest, daß es in Nordtirol noch am schönsten wäre. Evelyn meinte, wir sollten Innsbruck besuchen. Es sei eine schöne Stadt und sie schon lange nicht mehr dort gewesen. 

Wir packten also unsere Sachen. Der Pächter war noch immer nicht da und so verließen wir den schönen Platz nach einer Gratisnacht Richtung Westen. Über Maria Luggau, Sillian, Brixen ging es nach Bruneck und dann über die Brennerautobahn nach Innsbruck. Dort hatte Evelyn schon den Campingplatz Kranebitten ausgewählt, der von der Autobahn aus rasch zu erreichen war. Schnell fanden wir heraus, daß der allerschönste Stellplatz noch frei war und nahmen ihn in Beschlag. Die Bushaltestelle war nur wenig mehr als 100 m entfernt und wir nahmen den K-Bus und dann die 2er Tramway bis zum Terminal Marktplatz. Wir spazierten durch die Maria Theresienstraße, zum Goldenen Dachl und weiter bis zum Terminal der Nordkettenbahnen. Ich hatte mich richtig erinnert, daß man zuerst mit dem Schrägaufzug zur Hungerburg mußte, dann mit der Gondel zur Seegrube und schließlich mit einer weiteren Gondel bis zum Hafelekar. Von dort ging ein Klettersteig bis zur Frau Hitt. Allerdings war die Zeit wegen seiner Länge von ca. 3 km mit 5 h angegeben. Evelyn meinte, dies sei zu lange und außerdem wäre es um diese Jahreszeit in der Seehöhe von 2.300 – 2.400 m zu kalt. 

Wir beschlossen daher, in einem Gasthaus zu Abend zu essen und wählten den Stiftskeller. Ausgezeichnetes Gulasch mit Brezenknödel und dazu ein Augustiner Edelstoff!  

Zurück fuhr uns der K-Bus durch abenteurliche Gäßchen bis zum Campingplatz. Dort begann ein ausgiebiges Studium von Kletter-Apps, Wetter-Apps, Navi und Evelyns Buch „Klettersteigführer Österreich“. Evelyn wollte gerne wieder die Pirknerklamm bei Oberdrauburg gehen, die uns im Vorjahr recht schwer vorgekommen war, um zu sehen, wie sie uns jetzt von der Hand ging. Dies wollten wir aber am Samstag Vormittag machen, um danach nach Villach zurückzukehren und dort spätestens am frühen Nachmittag einzutreffen, war doch am Abend eine Grillerei mit Hajkos „Nochnichtschwiegereltern“ angesagt. Was also morgen? Wir erörterten zahlreiche Möglichkeiten, aber ich fand rasch einen Klettersteig, von dem ich annahm, daß er Evelyn sehr gefallen würde. Den Hausbachfall-Klettersteig bei Reit im Winkl. Ich lenkte daher das Gespräch immer wieder auf diesen und schließlich fiel auch die Entscheidung dafür. 

Freitag 26.06.2020 
Tagwache war für mich wieder um 06:00 aber im Gegensatz zu sonst verzichtete ich ab 07:00 auf jegliche Geräuschtarnung und machte Frühstück, sodaß wir um 09:25 den Campingplatz verlassen konnten. Bezahlt hatten wir schon gestern € 31,--. Wir glitten mit 90 km/h über die dauerbeschränkte Inntalautobahn bis Kufstein Nord und fuhren dann über Ebbs und Kössen nach Reit im Winkl. 

Wie der Klettersteigführer versprochen hatte, war der Zustieg sehr kurz. Vom großen Parkplatz beim Feuerwehrhaus und der Festhalle zur Kirche in ca. 5 min und von dort hinauf über den Barfußparcours zum Einstieg in weiteren 10 min. Der Steig sah von unten recht harmlos aus, aber hatte es in sich. Nach wenigen Aufstiegsmetern eine lange Querung an einer fast senkrechten Wand mit Stellen, wo die Tritte spärlich waren und die Arme – vor allem beim Umhängen der Sicherung – müde wurden.  Schließlich kamen wir zu einer Stelle, bei der es kurz überhängend senkrecht hinaufging. Vor uns ging ein Pärchen und der Mann – ein Kerl, größer als ich, mit muskelbepackten Armen – gab auf. Diese Stelle würde er nicht schaffen. Also mußten wir warten, bis er schwierig ein paar Meter zurückgeklettert war, um sich dann auf einen „Notausstiegsweg“ hinunterzuhandeln. Während des Staus hatte ein weiteres Pärchen – zwei junge Leute – aufgeholt und wir gaben ihnen den
Vortritt. Die überhängende Stelle, an der der Muskelprotz aufgegeben hatte, bewältigten wir ohne große Schwierigkeiten, mir erschien sie sogar leichter, als die Querung zuvor, bei der ich und auch Evelyn einmal sogar Probleme mit dem Umhängen der Sicherung gehabt hatten. Danach kam ein kleines Rastplatzerl und dann die Seilbrücke, die die Hälfte des Steiges markiert. Der zweite Teil war Gottseidank leichter als der erste und wies nur eine einzige Schwierigkeit mit einem leichten Überhang auf, den ich noch leichter als Evelyn meisterte, vermutlich eine Frage der Körpergröße. Oben angelangt freuten wir uns sehr und waren stolz auf uns und aufeinander. Ein echt lässiger Steig. 

Zurück in Reit im Winkl stellten wir fest, daß wir vom Wohnmobil bis zurück knapp weniger als zwei Stunden benötigt hatten, also eine sehr gute Zeit. Evelyn verbot mir wegen der bevorstehenden Fahrt das Bier, von dem ich meinte, wir hätten es uns verdient, und so lenkten wir das Wohnmobil über St. Johann in Tirol, Kitzbühel, Paß Lueg und den Felbertauern nach Lienz. Nach einem Lebensmitteleinkauf für einen abendlichen Wurstsalat fuhren wir die letzten Kilometer zum Campingplatz Seewiese am Tristacher See.

Ein herrlicher Platz. Es ist tatsächlich eine Wiese mitten im Wald. Der Tristacher See ist klein, man
umrundet ihn zu Fuß in 20 min, aber sehr idyllisch gelegen. Während ich in der untergehenden Sonne vor dem Wohnmobil saß und an diesem Blog schrieb, schreckte im Wald wieder ein Reh. 

Samstag 27.06.2020 
Daß ich erst spät erwachte und aufstand, war nicht die Ursache, daß wir spät losfuhren, aber durch Evelyn's Getschure wurde es halb elf, bis wir den Campingplatz verließen. Nach kurzer Zeit hatten wir Pirkach erreicht. Wir fanden auch relativ bald einen Parkplatz für das Wohnmobil und gingen zum Einstieg des Pirknerklamm-Klettersteiges. Der Anfang ging leicht von statten, aber bei der ersten Seilbrücke war ein gewaltiger Stau. Eine Zehnergruppe von (wahrscheinlich) Ungarn mit zwei Bergführern und vielen Anfängern brauchte eine Ewigkeit, um die Schlüsselstelle zu überwinden. Endlich kamen auch wir an die Reihe und wunderten uns beide, wie leicht diese Stelle, die uns im Vorjahr große Probleme bereitet hatte, von statten ging. Danach hatten wir auch immer wieder Aufenthalte, weil noch eine Gruppe von vielleicht acht Personen uns zum Warten zwang. Aber schließlich nach 2 Stunden waren wir durch und freuten uns über die Leichtigkeit mit der wir diesmal den Steig durchgangen waren. 

Die Heimfahrt nach Villach verging ohne Besonderheiten. Beim Tanken in Steinfeld ermittelte ich einen Verbrauch von 11,3 l. Um 15:30 trafen wir zu Hause ein. Bei 107.642 also nach 653 Kilometern stellte ich das Wohnmobil ab und sogleich machten wir uns bereit für die Grillerei mit Simone's Vater, Stiefmutter und Großeltern. 
 
T=4
TJ=19
TG=19

S=2.607












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Sonntag, 7. Juni 2020

3. Izola

Thomas hat sich in den Kopf gesetzt, seglerisch auf eine Seascape 24 upzugraden. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, zuerst einmal ein Probesegeln zu absolvieren, hatte er sofort mit Andreas Hanakamp einen Termin für den 6.6. in Izola vereinbart. Wir fuhren also 
Freitag, den 05.06.2020 um 10:50 bei 105.018 km los. Da wir noch die slowenische Autobahnvignette beim ARBÖ und einen Satz Ersatzlampen beim Falle kauften, war es 11:30 bis wir bei Maria Gail auf die Autobahn auffuhren. Glücklicherweise war wenig Verkehr und obwohl ich maximal 110 km/h fuhr, kamen wir gut voran. In Villach hatte es beim Einräumen des Wohnmobils stark geregnet, unterwegs wechselten sich Regen, Starkregen und Sonnenschein innerhalb weniger hundert Meter ab. Bei der Raststätte Ravberkomanda legten wir eine Kaffee- und Zigarettenpause ein und bereits um 14:30 parkten wir das Wohnmobil auf dem Stellpatz in der Tomažičeva ulica. Dort befindet sich ein riesiger Asphaltparkplatz, dessen rechte Seite komplett für Wohnmobile reserviert und mit 17 Stellplätzen und 16 Stromanschlüssen ausgestattet ist. Außer uns parkten erst drei andere Wohnmobile. Als ich die Kabel für den Stromanschluß herausholte, mußte ich feststellen, daß die Dichtungen der Außenboxen nicht mehr die besten waren. Bei der Fahrt durch starken Regen war etwas Wasser eingedrungen.
 

Wir gingen gleich die dreihundert Meter zur Marina und fanden auch rasch zwei Seascape 24 die mit dem Bug zum Kai vertäut waren. Sie schauten toll aus. 

Am Rückweg machten wir beim Kiosk „Delfinček" für ein Bier und einen Radler Halt. 

Danach gingen wir nochmals zur Marina, weiter ins Ortszentrum und drehten eine Runde durch Izola. Der Unterschied zu anderen Städtchen der östlichen Adriaküste ist, daß in den Gäßchen Izolas überhaupt keine Läden oder Lokale zu finden sind, sondern ausschließlich Wohnhäuser. 

Das Warten auf Thomas wurde ganz schön lang. Er informierte uns laufend über Stau beim Karawankentunnel, Stau nach Ljubljana wegen eines Unfalles und später noch einen Unfall. Endlich um 19:30 traf er ein. Wir waren alle schon hungrig und gingen sofort ins Restaurant „Parangal“. Die Frauen teilten sich ein Risotto, Thomas und ich nahmen einen Branzin u peći, beides war ausgezeichnet. 

Bei der Rückkehr mußten wir feststellen, daß die Stellplätze fast alle vollgeparkt waren und noch weiter bis Mitternacht kam ein Camper nach dem anderen. Nach einem Schluck Rum und ein paar Bieren im Wohnmobil ging es ab in die Heia. 

Samstag, 06.06.2020 
Evelyn beschwerte sich, daß ich sie bis 09:00 schlafen habe lassen. Trotzdem haben wir es pünktlich um 10:00 zum Boot geschafft. Andreas Hanakamp war auch pünktlich und wir gingen sofort an Bord. Abgelegt durch rückwärts Rausziehen mit der Muring und dann sofort die Segel gehisst. Schon sind wir aufkreuzend aus der Marina gesegelt. Geil.

Draußen am Meer machten wir ein paar Kreuzschläge um uns von einem Regattafeld zu entfernen, das auf den Start wartete und dann ging es hart am Wind ab Richtung Piran. Die 24er segelte super. Leichtfüßig und gutmütig. Kurz vor Piran drehten wir um und hissten den Gennaker. Da ging es erst richtig los. Die Logge ging nie unter 6 Knoten und Andreas ermittelte, dass wir an Fahrt über Grund noch um einen Knoten schneller waren. Bei der Rückkehr ging es zu meiner großen Freude ebenfalls unter Segel wieder in die Marina hinein. Im vorletzten Becken fuhr ich einen Aufschiesser und wir bargen das Groß, 10 m vor dem Liegeplatz rollte Andreas auch die Genua weg. 
 

Nach dem Aufräumen des Bootes ging es in die Villa Ranieri auf Pizza und Nudel. Wir besprachen ein paar Daten und Details mit Andreas, der sich danach verabschiedete. Mittlerweile war es 15:00 geworden und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abendessen mit Bier im „Delfinček" und Bier beim Wohnmobil, die Frauen lasen und Thomas und ich besprachen die seglerische Zukunft. 

Am Abend ging es wieder ins „Parangal“. Diesmal war das Essen nicht so gut. Ich hatte mit meinen Sardinen vom Grill noch Glück, die gemischte Muschelplatte der Frauen war sehr schwach, Thomas' Cevapcici waren so ziemlich die schlechtesten, die ich in Ex-Jugo gegessen habe. Das Ende des Tages verlief gleich wie am Vorabend. 

Sonntag 07.06.2020 
Alle haben lang geschlafen. Sogar ich bis halb acht. Die Bittighofers gar bis halb neun. 

Frühstückseier, Kaffee und dann spazierten wir am Meer Richtung Piran, soweit der Weg ging. Am Ende fanden wir ein nettes Platzerl mit Palettenbänken unter Bäumen und genossen den Blick aufs Meer. Nachdem es beim Aufstehen noch wolkenlos gewesen war, zog es mehr und mehr zu und als wir gegen halb zwölf unsere Schritte zu den Wohnmobilen lenkten, türmten sich ziemlich dunkle Wolken. So fiel der Abschied leichter. 

Die Rückfahrt verlief ereignislos. Beim Tanken in Villach stellte ich fest, daß ich den Verbrauch auf 11,84 l/100 km gedrückt hatte. Beim letzten Tankstopp waren es noch 12,3 l/100 km gewesen. Bei Kilometerstand 105.433 km, also nach 415 gefahrenen Kilometern, übergaben wir um 15:00 das Wohnmobil fliegend an Peter, der nach Graz fuhr.
 
T=3
TG=15

S=1.954

 
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Montag, 1. Juni 2020

2. Riegersburg

Wieder war die Wettervorhersage zielbestimmend gewesen. Für das Pfingstwochenende war das Wetter für Kärnten und Vorarlberg am schönsten vorhergesagt. Alle anderen Ziele, die wir ins Auge gefasst hatten, hatten Regen als Prognose. Weil wir etwas weiter weg wollten, aber doch nicht bis Vorarlberg, wurde die Südoststeiermark gewählt, weil dort sollte es zumindest soso lala sein. Am 

Freitag, 29.05.2020 ging es los. Abfahrt war um 15:25 bei 104461 km. Die Fahrt über die Südautobahn verlief ziemlich ereignislos. Kurz vor der Autobahnabfahrt wurde es lustig. Evelyn schaltete das Navi ihres Handys ein und eine weibliche Stimme empfahl uns, die Ausfahrt Fürstenfeld/I-L-Z zu nehmen. Sie sagte tatsächlich nicht Ilz, sondern I L Z. Danach führte sie uns auf abenteuerlichen Kleinststraßen über zahlreiche Hügel nach Unterlamm. Vor einigen Jahren war ich ja öfter dort und kannte die Gegend, aber den Weg, den das Navi wies, war ich noch nie gefahren. Trotzdem schafften wir es zur Buschenschank „Rucksackpeter“. 

Der Parkplatz war ziemlich voll und es stand auch schon ein Wohnmobil dort. Neben der Buschenschank befindet sich ein Gästehaus, wo man Zimmer buchen kann, um seinen Rausch nicht weit nach Hause tragen zu müssen. Die Frau des Juniorchefs, eine Thai, wies uns den Stellplatz zu und zeigte uns den Stromanschluß. Auch gab sie uns einen Schlüssel für das Gästehaus, damit wir dort das Klo benutzen konnten. Das Angebot, im Gästehaus am nächsten Morgen um € 8,-- pro Person am Frühstücksbuffet teilnehmen zu können, nahmen wir gerne an. 

In der Buschenschank gab es neben der üblichen Jause auch Ripperl aus dem Ofen, die wir mit einer Flasche „Wilder Rucksack“ zu uns nahmen. „Wilder Rucksack“ erwies sich als recht guter Uhudler. Er schmeckte nicht nur, sondern verursachte auch keine Folgebeschwerden bei Evelyn. Nach einer Zigarette mit Blick auf die südoststeirische Hügellandschaft gingen wir früh zu Bett. 

Samstag, 30.05.2020 Als ich um 06:00 aufstand, war der Himmel wolkenlos.
Bis Evelyn aus den Federn kroch, hatte es sich komplett bewölkt. Der Kaffee beim Frühstücksbuffet war ausgezeichnet, nur die Kaffeemaschine gab furchterregende Laute von sich. 

Um ca. 10:00 brachen wir gemütlich auf zur Riegersburg. Wir parkten das Wohnmobil auf einem der großen Parkplätze für Burgbesucher und gingen mit unseren Klettersteigsachen im Rucksack zur Eintrittspforte. Nur wenig höher, gleich nach dem ersten Tor begann der Klettersteig, der „Leopoldsteig“. Absolut rassig. Immer wieder Passagen, an denen ich nachdenken mußte, wie ich weiterkommen sollte und immer wieder Querungen ohne Tritte, sodaß man nur mit „Körperspannung“ vorankommt, also Hände am Seil, Arme gestreckt, Oberkörper von der Wand weggelehnt und Ausnutzung der Reibung der Schuhsohlen. Das Bier in der Burgtaverne war verdient. Wir besichtigten alle drei Ausstellungen (Hexen, Waffen, Burg) und machten uns dann wieder zu Fuß an den Abstieg, obwohl die Benutzung des Liftes im Preis inbegriffen gewesen wäre. 

Wohin jetzt? Die bereits laufende Überprüfung der Wetter-App brachte als Ergebnis: Pirkdorfer See bei Bleiburg. Wir wählten die Route über Feldbach-Leibnitz-Gleinstätten-Eibiswald-Soboth. Irgendwo wollte ich noch in einem steirischen Landgasthaus etwas essen. In Gleinstätten stach mir eine Seeterrasse ins Auge, die sich aber bei näherer Untersuchung als Rezeption eines Campingplatzes erwies. Der Campingplatz war zum Platzen voll, was uns sehr erstaunte. Im nahe gelegenen Landgasthaus gab es zwischen 15:00 und 17:00 nur Pizza, also fuhren wir weiter und vergönnten uns beim Kirchenwirt in Wies bei Eibiswald ein halbes Backhendl und eine Schinkenrolle, die gleich zu dritt auftrat. 

Die Fahrt über die Soboth gefiel mir. Schließlich bin ich als Student die Strecke jahrelang gefahren.
Aufgefallen sind die zahlreichen Gedenkstätten für tödlich verunglückte Motorradfahrer. Kurz vor Lavamünd zeigte ich Evelyn das Dreifaltigkeitskirchlein, zu dem ein kurzer Klettersteig führt, den wir am nächsten Tag gehen wollten. Am Pirkdorfer See staunten wir nicht schlecht, als uns das Mädchen an der Rezeption sagte, daß sie bis auf den letzten Platz voll seien. Sie telefonierte für uns herum und konnte mir schließlich sagen, daß am Campingplatz Klopeinersee-Nord noch ein Stellplatz frei sei. Also auf nach St. Kanzian. Der Platz ist fast voll mit Dauercampern, aber wir bekamen – wie versprochen – noch einen Stellplatz ganz am Ende auf Schotter, aber mit Strom. 

Pfingstsonntag, 31.05.2020 
Tagwache war für mich 05:15. 
Frühstück gab es im Wohnmobil, Morgentoilette in den Duschen vom Platz. Danach gingen wir eine Runde um den See (ca. 5 km). Es ist erstaunlich, wie viele Hotels auf kleinstem Raum hier um diesen See existieren. Den Seegrund der Bauernfamilie Hofmayer, bei der mein Sohn Max und seine Vorfahren mütterlicherseits seit Generationen Urlaub machten, hätte ich ohne Schild nicht wiedererkannt. Eigentlich schade, früher war es viel uriger. 

Nach der Rückkehr begann es zu regnen. Ein Anruf von Ulf Schulze-Bauer hellte den Nachmittag auf. Leider hatten wir uns in der Steiermark verpasst, aber jetzt hab ich seine Handynummer. Als der Regen am Abend aufhörte, spazierten wir nach Seelach-City zum Abendessen. Dabei konnte ich Evelyn überreden, nicht den Seewirt zu nehmen, der mir nicht zusagte und so speisten wir beim Griechen.

Pfingstmontag, 01.06.2020 
Tagwache 04:45. 
Ich hab einen Toilettengang von Evelyn ausgenutzt, um aufzustehen. Der für sie geltende Weckruf kam mit lärmender Kaffeezubereitung erst um 07:30. Trotzdem ist es uns gelungen, planmäßig um kurz vor 10:00 abzureisen. 

Wir fuhren zurück nach Lavamünd und parkten unter der Kalvarienbergkirche. In wenigen Minuten war der Einstieg zum Klettersteig erreicht. Lässig. Kurz aber rassig. Er hat einige Stellen, an denen man massiv die Hände einsetzen muß und daher mußte ich ein paar mal ausrasten, um das Zittern vergehen zu lassen. 

Nach dem Abstieg über den Kreuzweg fuhren wir nach Griffen zu meiner Cousine Helga auf einen Kaffee, Plausch und Erwerb von 2 l Kärnöl. 

Thomas wollte, daß wir zum Weißen Rössl kommen, wo er hingesegelt war, aber das ging sich nicht mehr aus. 

So gegen 16:00 sind wir wieder gut in Villach gelandet. Km-Stand 105.018. 557 km gefahren. 

T=4

T G=12

S=1.539

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