Mittwoch, 10. Juli 2024

22. Viel Bosnien und mehr Meer

 


Von unserer italienischen Reise sind wir früher als geplant zurückgekehrt, weil das Wetter und auch die Wettervorhersage so schlecht waren.

Dann waren wir ungefähr einen Monat zu Hause, Peter hatte Urlaub, durfte das Wohnmobil nutzen und fuhr für einige Tage nach Bibione, aber am Samstag, den 25.05.2024 geht es um 08:45 h bei 47.599 km los.

Wir fahren vorerst unsere übliche Jugoroute durch den Karawankentunnel, über Ljubljana nach Novo Mesto und über Metlika nach Kroatien. Wie gewohnt gönnen wir uns im Kafić Ronaldo in Žakanje einen Espresso. Während des Kaffees fassen wir den Entschluß über unser heutiges Tagesziel: Die Plitvicer Seen. Zu meinem Pensionsantritt hatte uns Google ja von Žakanje aus über die Autobahn nach Ogulin geschickt und von dort zu den Seen. Das Zenec-Navi des Wohnmobils wählt eine andere Route. Zuerst zwar wohl auf die Autobahn, aber auf dieser Richtung Osten bis Karlovac und dann über die B1 weiter. Die Route über die B1 hätte auch ich gewählt und sie ist sicher die bessere. Um 14:30 h stellen wir das Wohnmobil mit 47.912 km im Autokamp Korana ab.

Abendessen im Kamprestaurant, Rückkehr zum Wohnmobil trocken.

26.05. Um Punkt 09:00 h geht der Bus. Die Frau bei der Kamp-Einfahrt hatte empfohlen, daß wir bis zum ulaz 2 fahren, weil der noch mehr Karten für „Nicht-Internet-Vorbucher“ zur Verfügung hätte.


Wir schaffen 14.080 Schritte auf Runde „H“.

27.05. Abfahrt um 09:20 h. Problemloser Grenzübertritt nach Bosnien. Um genau 12:00 h parken wir mit 47.993 km in Martin Brod, was nichts mit unserem christlichen Heiligen zu tun hat, sondern Martas Flußinsel bedeutet. Nach kurzer Gehstrecke bestaunen wir den großen Una Wasserfall. 

 


 

"Eco-Waschmaschine"

Um 13:20 h geben wir Mostar als Ziel ins Navi ein, haben aber eigentlich die Absicht, irgendwo auf der Strecke dorthin stehenzubleiben. Was nun folgt ist echt geil. Pampa zur Potenz! Viele, viele Kilometer nur Natur pur. Wiesen, Wälder, Hügel , Berge. Außer der Straße überhaupt kein Zeichen menschlicher Zivilisation. Auch kaum Verkehr. Immer wieder Schilder „Kraj asfalta“ und dann einige Kilometer Schotterstraße, bis wieder Asphalt anfängt. Schließlich finden wir uns damit ab, daß wir entgegen unserem Plan bis Mostar durchfahren werden müssen. So kommt es auch und schließlich gelangen wir um 19:10 h mit 48.297 km ins Kamp Neretva in Mostar. Fast sechs Stunden für etwas mehr als 300 km. Für eine Teilstrecke von ca. 85 km haben wir zwei Stunden und fünfzig Minuten gebraucht, so schlecht war der Straßenzustand bzw. so lang war die Schotterteilstrecke. 

28.05. Bevor wir aufbrechen wechsle ich ein paar Worte mit einem jungen Wiener, der einen Steyr 12M18 mit Wohnaufbau fährt. Sein Gerät braucht mindestens 20 l/100 km. Er hat einmal für Magna gearbeitet. Anscheinend hat er Maschinenbau studiert oder so ähnlich. Heuer ist er nur kurz unterwegs, er will nach Albanien, weil er in Tirana Ersatzteile für seine Führerhausdämpfer bekommt. Wahrscheinlich wesentlich billiger als zu Hause. Nächstes Jahr will er allerdings 6 Monate wohnmobilen. Sein Traum wäre die Seidenstraße, aber er weiß nicht, ob dies mit der politisch-militärischen Situation kompatibel sein wird. Sein Original RAL 7013 lackiertes Gefährt wäre ja ein lohnendes Ziel für eine ukrainische Drohne oder Rakete. Er hat daher einen Alternativplan: Afrika von Nord nach Süd. Auch bei diesem Vorhaben wird es von der Situation abhängen, ob die Ostroute oder die Westroute die sichere ist.

Gemeinsam begeben wir uns noch zu dem schweizer Mädchen, das mit einem Pinzgauer 710 K unterwegs ist. Sie ist ganz begeistert vom "großen Bruder" 12M18. Ich werde melancholisch beim Anblick des Pinzgauers.

Zu Fuß in die Altstadt. Die Strecke bis zur Stari most ist 3,3 km. Vorher besichtigen wir noch die Karađozbegova džamija, die Moschee, die von Karađoz Beg im Jahr 1557 (also 9 Jahre vor Errichtung der Stari Most) erbaut wurde. Wir besteigen sogar das 38 m hohe Minarett. Der Aufstieg über die 98 Stufen der engen Wendeltreppe geht noch, der Abstieg über die steilen, unregelmäßig hohen Stufen ist wirklich schwer.

Über die Stari most geht’s hin und zurück, dann noch ein bißchen nach Süden, für einen guten Fotoplatz, zwei sehr gute Mostarska piva und dann zurück und am Rückweg in die Gostionica Lokomotiva. Die Gaststätte hat als einzige in ganz Mostar bei Google 5 von 5 möglichen Sternen. Man meint, man werde ein großes Gasthaus mit lokalen Spezialitäten vorfinden. Tatsächlich ist es eher das Vereinslokal des gleichnamigen Handballklubs. Was allerdings richtig ist: Die Küche ist ausgezeichnet. Und der Preis von € 13,-- für zweimal satt inkl. Getränke ist auch beglückend.

Den Abend verbringen wir im Wohnmobil kaufen über das Internet zwei Tickets für morgen 15:00 h für den Tito-Bunker und ich ergänze dieses Logbuch.

29.05. Um 09:30 h brechen wir auf und schon zwei Kilometer nach dem Camp lädt mich eine Gazprom-Tankstelle zum Tanken ein. 67,69 l Premium-Diesel um KM 173,29. Hätte ich eine Gazpromkarte oder App gehabt, hätte ich noch 50 Piaster Rabatt bekommen. Weiter geht's auf der schönen Hauptverbindungsstraße nach Konjic. Der Parkplatz, der auf Park4night empfohlen ist, ist so voll, daß ich fast nicht wenden kann und nachdem dies doch gelungen ist, weißt mich ein Einheimischer auf ein (offenbar neues) Schild hin: Nur für Pkw. Also parken wir kurz vor dem Tunnel auf der Busfahrspur. 48.316 km. Dem Parkschani mache ich klar, das das Wohnmobil zwar kein Bus ist, aber wohl auch größer als ein normales Fahrzeug. Ich zahle ihm 8,--KM und dann gehen wir über die Stara čuprija zur Touristinfo. Dort erfahren wir, daß wir bei einer anderen Agentur, nämlich visitKonjic, gebucht haben. Die freundliche Dame ruft dort an und gibt mir den Hörer. Wir sollen gleich zum Bunker hinfahren und dort warten, es passt sonst alles. Ca. 6 km die Neretva nach, der Beschilderung folgen und dort, wo diese uns führt, dann links abbiegen. Prompt übersehe ich das Schild und folge der Straße erst einmal 10 km in Serpentinen den Berg hinauf. Nach der Wende frage ich mich durch und erst nach dem Hinweis eines jungen Mannes, der mir noch ein Ticket für den Bunker verkaufen wollte, entdecke ich auch das Hinweisschild. Noch einige Kilometer den Fluß entlang, über die Brücke und ca. 1 km zurück, dann kommt der Schranken. 48.337 km. Ein Soldat sagt, wir müssen bis 15:00 h vor dem Schranken warten.

Bis zum Beginn der Führung versammeln sich noch einige Gäste aus allerlei Ländern, unter anderem 3 niederösterreichische Motorradfahrer und ein Bosnier, der heute in Rijeka lebt und als Seeoffizier mit Tankern um die Welt fährt.

Der Bunker ist genauso interessant, wie er schon vor 10 Jahren war. Die Küche ist bei der jetzigen Führung nicht mit dabei, aber die Zahl der im Bunker ausgestellten Kunstwerke hat sich erhöht.


Nach der Führung fahren wir zurück und hinauf nach Gornije polje um vor dem Haus der Bilanovićs, Slavkos Nachbarn, zu übernachten. Wir waren ja schon vormittag hier und haben Samirs Witwe und die Tochter Elmina getroffen, die sich rührend um uns gekümmert und schon alles vorbereitet hatten. Leider komme ich mit dem Wohnmobil die steile Auffahrt nicht hinauf, weil ich mit dem Unterflur-Heckblech wegen der Steilheit anstehe. Also zurück zur Stara čuprija und vor dieser hinab auf Flußniveau und zum Trg državnosti Alija Izetbegović, wo sich auch das Restoran Neretva und der lokale Busbahnhof befinden. Dort bietet sich ein großzügiger Parkplatz zum Übernachten an. 48.347 km. Eine Schäferhündin will sich mit uns anfreunden. Sie hat offensichtlich Hüftprobleme und wurde wahrscheinlich vor kurzem ausgesetzt.

Branka empfiehlt uns telefonisch das Restoran Han nach dem Tunnel, unmittelbar vor der Brücke über die Neretva zum Abendessen. Die Empfehlung war sehr gut. Nach einem Verdauungsspaziergang zurück zum Wohnmobil geht’s ab in die Heia.

30.05. Die Schäferhündin ist weg. Dabei hatten wir ein übriggebliebenes Kalbsmedaillon extra für sie mitgenommen. Wir starten daher um 08:00 h, nachdem ich einen „Strafzettel“ der Parkgebühr kassierenden d.o.o. entfernt hatte

Die Straße nach Sarajevo ist eine angenehme Hauptverkehrsroute. Einige Kilometer können wir sogar die nagelneue bosnische A1 genießen. Schon um 09:40 h stellen wir mit 48.412 km den Motor im Camp Zlatište den Motor ab. Das Camp ist eher ein Stellplatz. Mit 15 Wohnmobilen ist es prallvoll. Die Aussicht auf Sarajevo ist aber fantastisch. Die Betreiberin ist sehr freundlich, offenbar sehr sparsam eingestellt und gibt uns den Tipp, Geld vom Bankomaten zu holen, da die Sarajever bei Inzahlungnahme von Euro einen beschissenen Wechselkurs wählen. 

Wir wandern zu Fuß die extrem steile Straße hinunter, die uns direkt zur Lateinerbrücke und zum gleich dahinterliegenden Ort des Attentats auf den österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand und seine Frau Sophie führt. Danach beginnt das Basarviertel und wir genehmigen uns einen Espresso. Sehr gut, Preis angemessen. Dann ab in den Basar und fast alle Gässchen abgelaufen. Auch hier gibt’s ein Restaurant Han mit baumbewachsenem Innenhof ohne alkoholische Getränke. Evelyn ißt punjene paprike, ich Sarajevski sahan mit viererlei gefülltem Gemüse. Gut, aber relativ teuer.
Nach Vollendung des Basars noch die Fußgängerzone nach Westen bis zum Ende und zurück. Zweimal Bargeld behoben. Die Schweine nehmen zwischen 6% und 10% Gebühr für eine Behebung, die Raiffeisenbank sogar noch mehr als eine einheimische Bank. Dann noch um die Universitätsbibliothek, die dereinst als Rathaus errichtet worden war und dann an das südliche Ende der Latinska čuprija zu den Taxis. Die CP-Betreiberin hatte uns gesagt, daß wir den Preis vorher aushandeln und keinesfalls mehr als 12,-- KM zahlen sollten. Der Taxler macht einen Kostenvoranschlag von 10,-- KM – dobro. Gekostet hat es dann 7,80 KM. 
Am nächsten Tag besuchen wir das Museum der optischen Täuschungen und nach einem Bier geht’s wieder mit dem Taxi zurück. Diesmal bekommen wir einen extrem grantigen Fahrer, der glaubt, einen Geschwindigkeitsrekord über die engen, kurvenreichen und sehr steilen Straßen brechen zu müssen. Dafür ist der Preis dann auch nur 7,50 KM.

01.06. 09:40 h Aufbruch. Beim Bezahlen treffe ich einen Deutschen, der so wie wir ins River Camp half island Buna will und empfehle ihm das Restoran Zdrava voda.

Um 11:20 h halten wir beim Zdrava voda mit 48.497 km. Das Lamm ist noch immer ausgezeichnet. Und die Portion sieht zwar beim Servieren eher klein aus, ist aber kaum wegzukriegen. Gerade als wir mitten im Essen sind, kommen auch die beiden Deutschen.

Um 12:20 h geht’s weiter und um 13:50 h erreichen wir mit 48.554 das Camp. An der Rezeption ersucht ein Schild um Anruf. Der überaus freundliche Betreiber sagt, wir sollen uns hinstellen, wo wir wollen, Strom ist an, das WLAN hat kein Passwort und er käme später einmal vorbei. Gerade nachdem ich das Wohnmobil auf Standbetrieb umgestellt habe, kommen die Deutschen. Ich informiere sie vollinhaltlich über mein Telefonat mit dem Betreiber und als ich fertig bin, kommt dieser mit dem Fahrrad daher. Er heißt mit Spitznamen Gaga und lacht ständig über das ganze Gesicht. Zu mir sagt er: Ti si pravi Stariaustrianac jer tako dobro pričaš naši. Vielleicht das schönste Kompliment. Überhaupt beklagt er sich, daß die Herzegowina nicht mehr zu Österreich gehört. Kein Herrscher hätte soviel für das Land getan wie die Habsburger.

Kleiner Spaziergang über die Halbinsel, auf der lauter schmucke Häuser mit sehr gepflegten Gärten stehen, sporadisches Abendessen im Wohnmobil und dann Schlaf.

02.06. Gleich in der Früh rufe ich Gaga an und sage ihm, daß wir noch eine Nacht bleiben. Danach pumpe ich die Fahrräder auf und wir radeln nach Blagaj, zum Ursprung der Buna. Zuerst nehmen wir die südliche der beiden von Google empfohlenen Routen, aber als wir zu den Bazeni der Bunica kommen, stellen wir fest, daß Google nicht weiß, daß die dort über die Bunica führende Brücke abgerissen worden ist. Also zurück bis zur Kirche und dann die andere, nördliche Route. Nach kurzer Strecke weiche ich (ohne es zu wissen) von dieser ab und folge einem Wegweiser nach Blagaj. Beim Hotel-Restoran Kolo M machen wir Kaffeepause und trinken einen ausgezeichneten Espresso im Gastgarten auf der Flußinsel.

Kurz vor dem Ziel geht es steil hinunter und wir lassen die Fahrräder zurück und gehen zu Fuß. Der Ursprung der Buna ist faszinierend. Ein typischer Karstfluß. Der ganze Fluß, ungefähr so stark wie die Lieser bei Spittal/Drau kommt auf einmal aus einem großen Loch im Berg heraus. Gleich daneben steht das Derwischhaus.
Einst hauste hier ein Drache. Die Menschen mußten ihm jedes Jahr eine Jungfrau bringen, die der Drache auffraß. Eines Tages war die Tochter des Herzogs an der Reihe, dem Drachen geopfert zu werden. Zufällig kam ein Derwisch aus Syrien des Weges. Er verliebte sich sofort mit Haut und Haar in das wunderschöne Mädchen. Die Liebe verlieh ihm solche Kraft, daß es ihm gelang, den Drachen zu töten. Der Herzog gab dem Derwisch seine Tochter zur Frau und die beiden bauten sich ein Haus an der Stelle, an der der Drache getötet worden war, am Ursprung des Flusses Buna.
Die Rückfahrt ist durch eine Mißorientierung meinerseits – auch so etwas gibt’s – um einen Umweg reicher. Wir warten das Vorüberziehen einer Regenfront ab und gehen dann zum Abendessen in die Konoba čuprija, die sehr gute Rezessionen hat. Zurecht. Die beste punjena pljeskavica, die ich jemals gegessen habe. Mit Rohschinken und Käse gefüllt. Eigentlich waren die besten Empfehlungen hinsichtlich der dort angebotenen Forellengerichte, aber da wir morgen ans Meer fahren will ich heute keinen Fisch.

03.06. Schon gestern Abend am Weg in die Konoba habe wir Gaga getroffen und ihm mitgeteilt, daß wir heute fahren. Wie bestellt erscheint er gerade als ich mit der Dusche fertig bin. Wir zahlen, verabschieden uns und um 10:45 h geht es wieder los. Um 11:40 h sind wir nach einem Einkauf in Čapljina, der letzten Stadt vor der kroatischen Grenze an einer Tankstelle und nutzen das niedrige bosnische Preisniveau für 27,35 l Diesel um 70,-- KM.

An der Grenze gebe ich der kroatischen Zöllnerin zwei Stangen Zigaretten an, eine von mir, eine von Evelyn. Die schon zuvor äußerst freundliche Frau klärt uns auf, daß schon seit 5 Jahren auf dem Landwege nur mehr zwei Packungen! Zigaretten pro Person zollfrei sind. Wir müßten € 100,-- Zoll zahlen. Sie baut uns aber eine goldene Brücke und räumt uns die Möglichkeit ein, zurück nach Čapljina zu fahren, um die Zigaretten gegen Refundierung des Preises zurückzugeben. Wir fahren wirklich die 10 km zurück bis Čapljina, aber nur, um sämtliche bosnischen Zigaretten und die Flasche Whiskey, die ich gekauft habe, gut zu verstecken. Als wir wieder zur Grenze kommen, hat ein männlicher Zöllner Dienst, der allerdings schon Bescheid weiß. Er fragt sofort, ob wir die Zigaretten zurückgegeben haben, was ich bejahe. - Sretan put ist seine Antwort.

Nach einem Kaffee ober den Baćinska jezera kommen wir um 14:40 h mit 48.655 km im Camp Viter in Zaostrog an.

Am Abend wollten wir ins „Pascal“ gehen, wo wir vor Jahren einen wirklich ausgezeichneten Rose von den Iločki podrumi aus Šibenik zu einem Romb u peći genossen hatten. Wir spazieren daher Nachmittag hin, um zu fragen, ob eine Reservierung nötig ist. "Reservieren geht nicht, wir machen erst morgen auf" ist die Antwort. Also Čevapi im Restoran Porat, die ganz gut sind. Am nächsten Tag spazieren wir bis zu dem Punkt, wo die Küstenpromenade wieder in die Jadranska magistrala mündet und am Abend essen wir dann im Pascal. Die Auswahl ist nicht berühmt, keine Muscheln, keine besonderen Fische und der Preis eher hoch.

05.06. Ich bezahle € 86,-- (trotz Ermäßigung durch ADAC-Camping Card) und wir brechen um 10:00 h auf Richtung Split. Kurz vor Omiš ruft Thomas an. Er hat es – wie üblich - nicht erwarten können und steht schon bei der Rezeption. Sie haben keine Parzellen für uns, sie haben ihm eine gegeben, mit der er gar nicht zufrieden ist. - Er soll auf uns warten. Gleich darauf ruft er wieder an, er hätte die Parzelle getauscht, daneben sei auch eine für uns, aber wir könnten uns auch gemeinsam auf eine Parzelle stellen. Weil ich mich nicht in seine Hektik hineinziehen lassen will, bleiben wir um 11:15 h bei einem kleinen Beisel stehen und trinken in Ruhe einen Kaffee. Danach befahren wir erstmals die vor kurzem eröffnete Umfahrung von Omiš samt Tunneln und Brücke über den Cetina-Canyon. Danach fahren wir nicht zurück hinaus auf die Magistrala, sondern über Tugare durch die Berge nach Split. Eine interessante Anfahrt nach Split. Obwohl wir nur mehr zwei Kilometer entfernt sind, sieht man von der Stadt noch nichts und kann sich auch gar nicht vorstellen, daß hinter der nächsten Kurve die zweitgrößte Stadt Kroatiens auftauchen wird. Schon seit dem Tunnel vor der Cetina-Brücke versucht Thomas mich anzurufen. Ich ignoriere es beharrlich, aber Evelyn hält es nervlich nicht durch und nimmt schließlich ab. Ich lasse Thomas ausrichten, dass er warten soll, wir sind in drei Minuten da. An der Rezeption löst sich alles schnell in Wohlgefallen auf. Die Angestellten finden meine Reservierung und als ich sage „On nema mira, nema pokoj, on je kao komarac“ lacht das ganze Büro. (Er hat keinen Frieden, er hat keine Ruhe, er ist wie eine Gelse). Trotzdem nehmen wir die Parzelle neben Thomas, weil sie gut aussieht und gut gelegen ist. Ist eine Kategorie teurer als die reservierte und ab dieser Kategorie gibt’s keinen Rabatt, auch nicht mit ADAC-Card. Strafe muß sein. 12:45 h 48747 km.

Am nächsten Tag kommt uns Armano besuchen und wir gehen ins Camping-Restaurant, das übrigens ausgezeichnet ist, auf einen Plausch und ein paar Drinks.

Wieder einen Tag später fahren Thomas und ich mit den Fahrrädern zur Marina Zenta, um die Fahr- und Parksituation vor Ort zu erkunden. Wir treffen Armano, besichtigen den Liegeplatz der Livka IV und trinken einen Kaffee im „Kalafatić".

Thomas und ich bezahlen für die ersten Tage, buchen die Frauen neu ein und stellen die Wohnmobile auf einer Parzelle zusammen. Gegen Mittag erreichen die Buben, nämlich Lukas, Andi, Stefan sowie Andi's Vater Peter Split. Abschied von den Frauen, Bier eingekauft, Bargeld behoben, Schiff übernommen und ab.

08.06. -  14.06. Eine Woche Segeln vom Feinsten mit viel Wind in perfekter Stärke.

 

Krknjaši - Stončica - Gradina - Lovište -Zwischenstop in Korčula - Šćedro - Rogač. Zurück in Split packen die Jungs ihre Sachen und wir werden zum Camp Stobreč geführt. Wir bezahlen, warten, dass es Abend wird, die Verkehrsverstopfung bei der Marina nachläßt und überstellen die Wohnmobile in die Marina.

 

Armano hat die Livka IV grob gereinigt und uns neue Bettwäsche gebracht.

15.06. -  28.06. Am Samstag Morgen laufen wir aus zu weiteren zwei Wochen Segeln.


Hvarska Milna (Moli Onte) – Gradina – Lovište (2 Tage) – Trpanj – Lovište – Lastovo/Zaklopatica – rund Lastovo, Jurjeva Luka – Šćedro (2 Tage) – Stončica (2 Tage) - Uvala Nečujam (Šolta) – Split.

 


29.06. Nachdem Armano gestern noch für uns gegrillt hat und wir die Livka bis auf den Kühlschrank geräumt haben, holen wir um 04:45 h noch die Lebensmittel, trinken einen Kaffee und um 05:15 h geht es mit 48.755 km ab. Thomas und Susanne fahren über die Autobahn bis Ogulin zum Camp Sabljac beim gleichnamigen See. Evelyn und ich nehmen die Magistrala. In Pirovac halten wir beim Plodine nicht nur wegen eines Einkaufs, sondern vorwiegend für einen Kaffee. Frau Bakija freut sich, uns zu sehen, sie hat einen Platz für uns, wir sollen nur warten, bis Ivan kommt, er wird uns einweisen.

Um 09:00 h stellen wir bei 48.893 km den Motor ab. Erste Reihe fußfrei im Camp Bakija by the sea.

30.06. - 03.07.

Fast schon übliche, faule Tage im Camp Bakija. Spaziergänge nach Crvena Luka, in die Stadt, baden, lesen, ….



 

04.07. Um 09:35 h machen wir uns auf den Weg, bei 49.167 km tanken wir in Jurevski Brod 70,71 l Premiumdiesel um € 109,60 und um 16:30 h stellen wir das Wohnmobil mit 49.369 km zu Hause ab.

Wir sind 1.770 km gefahren.


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T=40

TG=308

S = 29.398

Donnerstag, 2. Mai 2024

21. Italienische Reise


Nach unserer schönen Tschechien-Kroatienreise hab ich das Wohnmobil winterfest gemacht und bei 44.920 km mit dem teuren Premiumdiesel vollgetankt. Schaun wir mal, ob der wirklich bessere Verbrauchswerte bringt, sodaß sich der Aufpreis lohnt.

Am 10.10. hab ich es mit 44.945 km in die Halle gestellt.

Werner Neugebauer hat uns schon während wir die ersten zwei Monate des Jahres in Sri Lanka waren mitgeteilt, daß er erst Anfang April wieder in seine Firma kommt und wegen reger Reisetätigkeit von Christian Isepp hab ich das Wohnmobil am Dienstag dem 02.04.2024 wieder aus dem Winterlager geholt und am 08.04. zu Werner gebracht. Eigentlich war ich der Meinung, daß er den Scheinwerfertausch, die Behebung der kleinen Mängel, den Ölservice und das Pickerl im Rahmen einer Woche hinkriegen müßte, aber Werner hat getschurt, hat sich auf die Versicherungsfreigabe des Scheinwerfertausches ausgeredet und so haben wir es erst am 17.04. wieder bekommen.

Bei 45.105 km nochmal mit 23,4 l Premium vollgetankt, sofort vollgepackt, Abmarschbereitschaft hergestellt und am


Donnerstag dem 18.04.2024 geht es endlich um 08:30 h mit 45.106 km los.

Wie geplant fahren wir über die Autobahn bis Gemona-Osoppo, dann runter und auf der Bundesstraße Richtung Venedig-Strada Romea-Ravenna.

Um 11:45 h und 45.283 km sind wir bei Portogruaro und es gibt das erste Problem. In den Kurven der Kreisverkehre nehme ich das Plätschern von Wasser wahr. Als wir an einer Baustellenampel anhalten, schaut Evelyn nach und stellt fest, daß die Klomuschel so voll mit Wasser ist, daß es in engen Kurven überschwappt und die Sanitärzelle überschwemmt. Nachdem ich die Klomuschel in die Kassette entleert habe, höre ich in der absoluten Stille der italienischen Pampa leise den Motor der Wasserpumpe surren, obwohl nirgends ein Hahn offen ist. Was tut man in der Ratlosigkeit? Werner anrufen. Der schafft auch sofort Abhilfe. Die Wasserhähne haben Microschalter eingebaut, die die Wasserpumpe ansteuern. Auch wenn ein Hahn zu, aber doch nicht „ganz zu“ ist, läuft die Pumpe. Der Druck im System steigt und der leichteste Ausweg ist ins Klo.

Das Navi ist – wie ich erst später festgestellt habe – auf „Tourenplanung: leicht“ eingestellt und führt uns kurz vor Chioggia von der Romea weg und auf irgendwelchen Umwegen weiter, bis wir wieder auf die an und für sich schöne Straße kommen.

Als Ziel hatte ich den Agriturismo „Tenuta Augusta“ ins Navi eingegeben. Als wir nur mehr wenige Kilometer davon entfernt sind empfiehlt das System, kurz vor der Überquerung eines Kanals rechts abzubiegen und den Kanal entlangzufahren. Nach einiger Zeit kommt dann: „Jetzt links abbiegen“. Wir stehen bei einer Brücke mit einer Gewichtsbeschränkung von 2,5 t. Da sie aus Beton gebaut ist und stabil aussieht wage ich die Überfahrt und die Brücke hält. „Jetzt rechts abbiegen“. Das bedeutet eine Fahrt auf einer einspurigen Schotterstraße gegen die Einbahnrichtung. Weil es nur mehr 300 m sind, entscheide ich mich zum Geisterfahren. Beim „Ziel erreicht“ befindet sich wohl ein landwirtschaftliches Gebäude, aber mit einem Agriturismo hat das nichts zu tun.

Also befragen wir Google und siehe da, laut Google befindet sich unser Ziel ca. 1 km weiter im Osten. Also die Schotterstraße zurück, diesmal in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung und bei der 2,5 t-Brücke geradeaus weiter und mit einem riesigen Kinderspielplatz und noch größerem Schotterparkplatz präsentiert sich uns die tenuta, das Anwesen. Um 15:30 h stellen wir bei 45.479 km den Motor ab. Das Ristorante ist geschlossen und öffnet erst um 19:00 h. Für Wohnmobile gibt es 18 schön mit Büschen umpflanzte Stellparzellen mit Strom.

Den Rest der Zeit wollen wir dazu nutzen uns noch wenigstens ein bißchen die Füße zu vertreten und spazieren zum nahegelegenen „Lago“ der eigentlich ein Fischteich ist, aus dem man um € 10,-- pro Fischerkarte selbst Karpfen fischen kann. Die gefangenen Fische müssen natürlich nochmals extra bezahlt werden. Offensichtlich ist auch ein Hecht im Karpfenteich, weil immer wieder ganz schöne Kaliber von Karpfen aus dem Wasser springen. Als wir uns dem Ufer nähern scheuchen wir noch ein Säugetier auf, das in den Teich springt und davonschwimmt. Ich meine, es ist ein Biber, aber Evelyn bestreitet, wegen des fehlenden Biberschwanzes. Dann muß es ein Bisam sein. Nein, Bisame sind kleiner, wahrscheinlich ist es ein Otter. Da bin ich wieder dagegen, weil Otter viel schlanker sind. Erst später im naturhistorischen Museum von Florenz wird das Rätsel gelöst. Es ist ein Otter, aber ein ganz schön fetter.

Während der ganzen Zeit sind immer wieder Fernlaster auf den Parkplatz gefahren und haben sich schön aufgereiht eingeparkt. Als wir uns zum Abendessen begeben, zählen wir 14 Lkw-Züge und Sattelschlepper. Alle Fahrer nehmen ihr Abendessen im Agriturismo ein. Ein gutes Zeichen. Und auch uns schmeckt es.


 

Freitag 19.04.2024

Nach dem Frühstück gebe ich einen neuen Behälter mit Silberionen in den Wassertank und befülle den Tank bis zu 75%. Danach machen wir uns um 08:40 h auf und schon um 09:10 h parken wir mit 45.497 km auf dem großen Parcheggio beim Park mit dem Mausoleum des Gotenkönigs Theoderich.

Nach Besichtigung des Mausoleums gehen wir weiter in die Stadt und kaufen im bookshop in der via Argentario ein Kombinationsticket. 


Zuerst besichtigen wir (mit genauer Uhrzeit und 10 Minuten Maximalaufenthalt) das Mausoleum der Gotenprinzessin Galla Palcidia, die gar nicht darin bestattet wurde, sondern im Vatikan, danach sogleich (ohne Fixtermin) die unmittelbar danebenliegende Basilika di San Vitale, ungefähr einen Kaffee und eine Stunde später wieder mit genauer Uhrzeit und Maximalaufenthalt das Baptisterium Neoniano der Kathedrale und – wieder zeitlich ungebunden - das erzbischöfliche Museum. 

 



Am Weg zur letzten Sehenswürdigkeit unseres Kombitickets kommen wir am Ehrengrab Dante Alighieris vorbei. Dantis poetae sepulcrum. Alljährlich bringt eine Abordnung aus Dantes Heimatstadt Florenz, aus der er wegen seiner Ansichten vertrieben wurde, florentiner Olivenöl für die Lampe mit dem ewigen Licht am Grabmahl. Eine späte Rehabilitation bzw. Entschuldigung. 

 


Der letzte Programmpunkt laut Ticket ist die Basilica Sant' Appolinare Nuovo. 

 


Die Mosaike von Ravenna sind wirklich ein Hammer.




 


Beeindruckt spazieren wir zurück zum Wohnmobil. Bei unserem Kulturtrip haben wir 12.489 Schritte absolviert.

Um 13:30 h starten wir und fahren über die Autobahn nach Florenz in die Via Scandicci 241 auf den dort bestehenden Stellplatz. Ankunft um 16:30 h mit 45.689 km. Ein witziger Platz, abgesichert durch zwei Tore, die sich mit Zahlenkombinationen öffnen lassen und voller Wohnmobile, dicht an dicht. Zum Teil Tagesgäste wie wir, zum Teil über den Winter abgestellt. Der Betreuer ist ein komischer alter Kauz, der kurz erklärt: Strom ist vorhanden, Grauwasserentsorgung ist möglich, Chemieklo-Entsorgung ist möglich, Sanitärräume gibt es keine.

20.04.2024

Wir frühstücken keine Eiernockerl, aber tätigen Anrufe mit Geburtstagswünschen. Evelyn ruft Martin an und ich Žana Jerković, die ich bitte, ihrem Vater Slavko meine Wünsche auszurichten.

Gegen 10:00 h gehen wir zur nahen Bushaltestelle und fahren mit dem Bus Nr 6 ungefähr ½ h in die Stadt. Wenn man keine Fahrkarten vorgekauft hat, hält man einfach seine Kreditkarte vor ein Kastel, auf dem tiptap steht und das wars. Allerdings kann man eine Karte nur einmal benutzen. Für eine weitere Person benötigt man eine andere Karte. Deshalb holt Evelyn ihre Brieftasche aus dem Rucksack, fischt ihre Karte heraus und gibt sie mir.

Von der Haltestelle, an der wir den Bus verlassen sind es nur ein paar Meter bis zur Piazza del Duomo. Menschenmassen wie beim Villacher Kirchtag am Hauptplatz. Die Schlange vor dem Ticketoffice ist so lang, daß wir beschließen, auf eine Innenbesichtigung zu verzichten. Also ein paar Fotos von allen möglichen Seiten und dann geht es weiter zur Piazza della Signoria wo vor dem Palazzo Vecchio die Statue des David von Michelangelo steht, die Evelyn sehen möchte. 

 


Danach zurück, wieder beim Dom vorbei in die Via dei Servi zum Leonardo da Vinci Museum. Dort halten wir uns länger auf, mich interessieren Leonardos Erfindungen sehr. 

 


Als wir uns satt gesehen haben, geht es wieder nach Süden, über die Ponte Vecchio über den Arno zum naturhistorischen Museum. Auf der Piazza Pitti machen wir halt für einen Kaffee. Kaum haben wir Platz genommen, stellt Evelyn fest, daß ihr Rucksack, den sie geschlossen hatte, offen ist und ihre Brieftasche fehlt. Scheisse! Es folgen etliche Telefonate mit der Card-complete hotline, sowie mit Peter, der zu Hause vom PC nach Evelyns Anweisungen ihre Bankomatkarte sperrt.

Als die Sperren alle erledigt und der Aperol Spritz ausgetrunken sind besuchen wir wie geplant das Museum und erst dann geht es zur Polizei. Ich habe herausgefunden, daß die Questura in der Nähe des Bahnhofes ist. Unterwegs geht es an der Markthalle vorbei und wir statten dem ersten Stock einen Besuch ab und essen ein Stück Pizza. Dann fragen wir uns weiter, denn die Handyakkus sind leer. Schließlich erreichen wir die Questura. Auf mein Läuten sagt jemand aus der Gegensprechanlage, das wir den Polizeiposten in der Via Zara aufsuchen müßten, dieses Gebäude sei geschlossen. Also weiter. Unterwegs kommen wir an einem Handygeschäft vorbei und ich bitte den Inhaber, daß ich meinen Akku wenigstens ein bißchen aufladen kann. In der Via Zara werden wir nochmals durch ein Schild weiterverwiesen, Gottseidank nur ums Eck. Da ist das ufficio denunce. Der Warteraum ist voller Leute, die irgendeine Anzeige erstatten wollen und wir warten zwei Stunden. Dann noch eine Viertelstunde in Kälte und Wind an der Bushaltestelle und dann geht es mit dem 6er nach Hause. Um 20:00 h sind wir zurück beim Wohnmobil und froh, daß der Tag vorbei ist. Wir haben 11.962 Schritte absolviert.

21.04.2024

Um 09:25 h verlassen wir Florenz, die Stadt, an der die Erinnerung an den Diebstahl hängen bleiben wird, und fahren über die Autobahn nach Pisa. Nach einer nicht ganz leichten Suche haben wir um 10:45 h einen Parkplatz gefunden und stellen bei 45.776 km den Motor ab. Kurz vor dem Stadttor, das zur Piazza dei miracoli führt, besuchen wir noch den jüdischen Friedhof von Pisa. 

 


Danach geht es zum Torre pendente. Ähnlich viele Leute wie in Florenz, also Verzicht auf Ticket für Turmbesteigung. Dafür kaufen wir uns ein bigletto für die Stadtmauer und gehen dann deren ganze Länge von 3 km. Zurück geht es quer durch die Altstadt mit einer Jausenpause mit guten Pannini.


Um 14:30 h fahren wir weiter. Gleich nach zwei Kilometern steht eine Tankstelle mit wirklich erstaunlichen Preisen. 48,88 l Diesel um € 85,-- bei 45.778 km.

Exakt eine Stunde später um 15:30 h erreichen wir bei 45.798 km den Campingplatz Il Serchio in Lucca. Nachdem das Wohnmobil für Stehbetrieb eingerichtet ist, schwinge ich mich aufs Fahrrad und mache Lebensmitteleinkäufe beim nahegelegenen Conad.

Durch die Begehung der mura di Pisa haben wir heute 14.197 Schritte geschafft:

22.04.2024

Am Vormittag begeben wir uns zu Fuß in die Altstadt und trinken einen Kaffee derweil der Regen sich verzieht und die Sonne herauskommt. Wir besichtigen die Kirche San Michele in foro, den Uhrturm und auch den Torre Guinigi. 

 


Auf den wären wir gerne hinaufgestiegen, weil auf dessen Flachdach Bäume wachsen. Irgendwelche Steineichen. Leider ist er wegen Dreharbeiten zu einem Film gesperrt. Schließlich essen wir in einem Ristorante an der Piazza dell Anfiteatro, die uns überhaupt gut gefällt. 

 


Dann zurück zum Il Serchio, der nach dem nahen Fluß benannt ist und verbringen den Rest des Tages im Wohnmobil.

23.04.2024

Bereits um 09:45 h brechen wir auf nach San Gimignano. Sämtliche Parkplätze in den oberen Regionen sind für Wohnmobile gesperrt. Erst einige Kilometer den Berg hinunter finden wir einen geeigneten. Allerdings würden wir zu Fuß sehr lange brauchen, bis wir in der Altstadt wären und von irgendwelchen öffentlichen Bussen ist weit und breit nichts zu sehen. 

 


Also lassen wir San Gimignano sein und fahren weiter nach Monteriggioni, wo wir 14:00 h mit 45.927 km einen zahlungspflichtigen Parkplatz gleich unterhalb der Festungsmauern kriegen. Die Runde durch das Dörfchen ist naturgemäß kurz, nach einem Kaffee gibt’s noch eine Zigarette unter der Markise des Beisels und um 15:00 h geht’s weiter. 

 


Eine halbe Stunde später stellen wir das Wohnmobil auf den oberen Plätzen des Agriturismo Il Sambuca mit 45.939 km ab.

Für das Abendessen müssen wir einen Tisch reservieren, das Essen selbst ist sehr gut.

24.04.2024

 


Wir nehmen einen Bus, der uns von der nahen Haltestelle ins Zentrum von Siena bringt. Nach einer Runde über den Markt, der wirklich nur Fetzen bietet, gehen wir zum Dom, den wir ausgiebig mittels Kombinationsticket besichtigen. Im Ticket ist auch die Krypta, das Baptisterium, die Piccolomini-Bibliothek, das Museum der Opera della Metropolitana und der Aufstieg auf die Facciatone, die unvollendete Domfassade inbegriffen. 

 




Die Facciatone ist 60 m von der tatsächlichen Außenmauer der Kirche entfernt. Wäre das alles fertiggestellt und nicht von Pest und Wirtschaftsnöten verhindert worde, hätte die Kirche eine Breite von 100 m statt wie heute tatsächlich 40 m. Von der Facciatone hat man einen schönen Rundblick über ganz Siena.



Nach der ausgiebigen Besichtigung gibt es um € 8,-- einen Hugo Spritz am Campo, danach geht es zu einer anderen Bushaltestelle und zurück zum Il Sambuco. Abendessen kalt im Wohnmobil.

Am nächsten Tag wollen wir ein bißchen wandern, es gibt aber nur den bestens ausgeschilderten „Walk Bio“, der uns praktisch rund um den Agriturismo führt. Wir werden mit dem Anblick eines Rehs beglückt, aber der walk ist so kurz, daß wir nur auf 2.435 Schritte für diesen Tag kommen. Abendessen nochmals im Agriturismo.

26.04.2024

Für 3 Nächte mit Strom und an und für sich guten, heißen Duschen, die nur wie ein Schutzbunker wirken, bezahle ich € 75,-- und um 10:40 h verlassen wir Il Sambuco. Da die heutige Etappe kurz ist, beschließe ich, einen kleinen Umweg zu machen und Evelyn einen Teil des Chianti Classico-Gebietes zu zeigen. Schon um 11:10 h mit 45.957 km parken wir in Castellina in Chianti. 

 



Nach einer kurzen Runde durch das Örtchen und Besichtigung der etruskischen Hügelgräber fahren wir um 12:30 h weiter. In Radda in Chianti finden wir keinen Parkplatz. Am Ziel unserer heutigen Fahrt, Montepulciano, geht es ebenso. Der einzige für Wohnmobile vorgesehene Parkplatz 5 ist gesperrt für ein Tingeltangel. Wohnmobile und Busse werden abenteuerlich umgeleitet und das Chaos ist groß. Abgeschreckt von den Massen fahren wir weiter bis Chianciano Terme, wo wir einen guten Stellplatz mit Strom vorfinden. Von den 18 Wohnmobilen am Platz sind ein Deutscher, ein Portugiese und wir die einzigen Ausländer 


27.04.2024

Schon am Vorabend haben wir nach geeigneten Plätzen gesucht und unsere Wahl fiel auf den CP Lucherino in Monticello Amiati, einem Dorf mitten in der Pampa. Um 10:05 h brechen wir auf und um 13:20 h sind wir mit 46.143 km am Ziel. Der Platz gefällt uns ausgesprochen gut. Lauter verschieden in Terrassen angelegte Parzellen, liebvoll gepflegt, mit einer freundlichen Deutschen an der Rezeption und einem ausgezeichneten Ristorante, in dem man auch für das Abendessen resevieren muß. Tatsächlich ist das Lokal um 19:30 h bis auf den letzten Platz besetzt.


Am nächsten Tag spazieren wir ins Dorf, um das Museum zu besuchen in dem gezeigt werden soll „wie man früher hier gelebt hat.“ Leider ist es geschlossen. Also bleibt es bei der „Dorfrunde“ inklusive 2 Kaffee, für die ich endlich den für Italien normalen Preis von € 2,40 zahle, nachdem wir an den bisherigen touristischen Hochburgen regelmäßig abgezockt worden sind.


Montag scheitert der Besuch des Museums leider wiederum, daher machen wir die Wanderung auf den Monte Aquilaia. Hin 1:30 h. Zurück 55 min. eine Strecke 4 km und 400 Höhenmeter. Wenigstens haben wir 17.384 Schritte gemacht. Obwohl der Berg als Punto panoramico ausgewiesen ist, sieht man am Gipfel nichts außer Bäume und einen Handymasten, aber auf den letzten Höhenmetern des Aufstieges hatte es einige gute Aussichtspunkte gegeben.

Der Lucherino ist wirklich herrlich. Am Abend hört man Käutze und Eulen und der Himmel ist sternenklar mit keiner Lichtverschmuzung.

30.04.2024

Wegen der katastrophalen Wettervorhersage für die nächsten 8 Tage haben wir beschlossen, unsere Italienreise abzubrechen. Nach Bezahlung von € 75,-- für 3 Nächte brechen wir um 11:00 h auf und lenken das Wohnmobil Richtung Norden. Um 12:00 h tanke ich in Paganico bei 46.173 km 56,94 l um € 101,--. Mehr gibt die SB-Zapfsäule nicht her, schon bei der Kassa wurde darauf hingewiesen, daß dieser Betrag der Maximalbetrag sei, für den Treibstoff abgegeben wird.


Um 12:45 sind wir mit 46.254 km kurz vor Siena. Die Strecke war wechselhaft, teilweise ausgebaute Autobahn Siena-Grosseto teilweise vierspurige Staatsstraße, teilweise zweispurig. Wir sind auf einem vierspurigen Teil und vor uns fahren zwei Pkw extrem langsam. Während ich überhole, gibt es einen lauten Klescher. Auf Evelyns Frage antworte ich nach einem Blick in den Rückspiegel, daß das wahrscheinlich ein hochgeschleuderter Stein war. Doch kurz darauf überholt uns einer der Pkw, ein weißer 1er-BMW wieder und gibt uns Zeichen anzuhalten, was wir kurz darauf bei einer Pannenbucht tun. Der Fahrer, der meiner Meinung nach aufgrund seines Akzentes gar kein Italiener ist, behauptet, ich hätte seinen Außenspiegel zerstört. Der Spiegel ist tatsächlich hin und an unserer rechten Heckgaragentür sind Kontaktspuren, die hoffentlich mit Polierpaste zu beseitigen sind. Der „Unfallgegner“ hat sofort – ohne suchen zu müssen – eine Internetseite auf seinem Handy, die zeigt, daß der Preis des Rückspiegels € 630,-- beträgt. Er schlägt Barablöse auf Basis Verschuldenteilung vor und will € 300,--. Ich sage, daß das die Versicherungen regeln sollen, meiner Meinung nach hatte ich genug Seitenabstand und er ist unzulässig ausgeschert. Der Mann will Barzahlung, die Polizei würde uns Schwierigkeiten machen. Nachdem ich keine Angst davor zeige, meint er, die Polizei würde erst in einer Stunde kommen. Seine Frau erwarte ein Baby und müsse zum Ultraschall. Die Frau hat zwar einen ziemlichen Wampen, der aber nicht wie ein Babybauch aussieht. Ich sage: Assecurazione. Der Gegner geht mit seiner Forderung auf € 200,-- herunter. Nachdem ich klarstelle: „Io non pago niente.“ Meint die Frau noch, ich solle wenigstens € 100,-- zahlen. Ich wiederhole meine Ablehnung laut, der Gegner springt fluchend ins Auto und fährt davon. Wir suchen noch einige Zeit im Internet nach einer nahegelegenen Polizei, finden aber nichts. Nach Siena hinein wollen wir auch nicht noch einmal, also lassen wir die Anzeige sein.

Um 13:20 h machen wir bei Poggibonsi eine Kaffeepause und um 17:30 h stellen wir das Wohnmobil mit 46.506 km an unserem heutigen Ziel, dem Agriturismo „Pegaso“ in Albigasegno knapp südlich von Padua ab. Der Bauernhof wirkt etwas heruntergekommen und einige der Typen die herumsteigen erwecken den Eindruck von Hoftodeln, aber die Tochter des Hauses ist freundlich, spricht ein bißchen Englisch und teilt mir mit, daß es sogar elektrischen Strom gibt. Auch Abendessen können wir hier. Das Essen ist einfach, aber in Ordnung und der Preis von € 35,-- für uns beide bei vier Gängen mit ¾ l Rotwein absolut angemessen. Auch der Stellplatz schlägt sich nur mit € 15 zu Buche.


01.05.2024

09:00 h Abfahrt

10:20 h 46.623 km Area servizio „Fratta sud“ Kaffee

Um 12:40 h stellen wir das Wohnmobil mit 46.791 km zu Hause ab.

 

Wir sind 1.685 km gefahren.

Nachsatz: Bei 46.792 km 77,32 l um € 119,-- getankt, Durchschnittsverbrauch auf der ganzen Reise 10,86 l/100 km.


T=14

TJ=14

TG=268

S = 27.628

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