Sonntag, 31. August 2025

27. Iter interruptus

Freitag 15.08.2025

Um Punkt 11:00 h geht es mit 61.334 km von zu Hause los. Unser Ziel: Rumänien.

Zuerst aber fahren wir einmal die Südautobahn bis kurz nach der Abfahrt Ilz und dann über die für uns neue S7 bei Fürstenfeld vorbei Richtung Burgenland.



Und schon um 14:00 h stehen wir mit 61.576 km am Stellplatz Thorschütz in Königsdorf. Wir hätten inklusive Eintritt ins Freibad buchen können, wollen wir aber nicht. Die Betreiberin sagt, daß wir, wenn wir nur essen und trinken wollen, das Badrestaurant auch ohne Eintritt betreten können. Wir trinken Bier und faulenzen, bis die Sonne tief genug steht, daß wir einen Spaziergang zum Freibad und entlang des Seeufers machen. Der See ist nett und am Abend gibt es im Restaurant Livemusik einer keltischen Band.



Samstag 16.08.2025

Bezahlt haben wir schon gestern und daher geht es gleich nach dem Frühstück los. Ebenfalls schon gestern hab ich bemerkt, daß unsere Kühlbox in der Heckgarage nicht mehr kühlt. Sie hat ausgedient. Daher geht es zuerst einmal zurück nach Fürstenfeld zum Baumarkt Hellweg, wo wir eine neue Kühlbox von Einhell erwerben. Die alte dürfen wir dort zurücklassen, die Mitarbeiter werden sie auf den Container schmeissen.

Aber jetzt geht es auf nach Ungarn. Bei 61.703 km fülle ich bei einer Avia-Tankstelle 64,14 l Diesel um HUF 37.009,-- in den Tank und um Punkt 12:00 h parken wir mit 61.727 km in Tapolca auf einem großen Parkplatz vor dem Eingang zur Seehöhle, einer Karsthöhle, die genau unter der Stadt ist.



Aufgrund des hohen Besucherandranges gibt es Blockabfertigung und wir hören, daß unser Block erst so gegen 13:45 h drankommt.

Wir spazieren daher durch das Städtchen, trinken in einem kleinen Beisel Soproni sör und besichtigen schließlich den Mühlteich, den Mühlbach und die Gebäude rundherum.



Als es schließlich soweit ist, daß wir in die Höhle dürfen, stellen wir fest, daß wir zuerst durch das Gebäude in den ersten Stock und wieder herunter geleitet werden, wobei unterwegs überall Schautafeln mit Wissenswertem über Karsterscheinungen stehen. Erst nach dieser Bildungsrunde geht es hinunter in die Höhle und dort müssen wir Schlange stehen, bis wir drankommen, ein Boot zu besteigen. Maximal vier Personen pro Boot und der Vorderste bekommt ein Paddel. Richtig notwendig ist das Paddel aber nicht, weil man sich genauso gut am Fels der Höhlendecke oder der Wände weiterschieben kann. So schippert man eine Runde durch das Höhlensystem und das wars. Im Großen und Ganzen aber recht nett.



Um 15:45 h geht’s weiter nach Badacsonytomaj, wo ich das Tomaj-Camping am Balaton für uns ausgesucht habe. Leider komplett voll. Auch die nächsten beiden Campingplätze Richtung Westen winken ab. Alles voll. Evelyn jammmert, daß ich nicht auf sie gehört und reserviert habe. Ich antworte, daß ich meinen Prinzipien treu bleibe. In Balatonederics haben wir schließlich Erfolg. Ich erblicke einen Wegweiser zum Delta Camping. Der Platz ist sehr klein und weder auf einer App noch auf Google zu finden. Wahrscheinlich haben sie deshalb noch einen freien Platz. Um 16:45 h steht das Wohnmobil mit 61.759 km.



Am Abend gehen wir zum „Strandfürdö“. Ich hätte es mit Freibad übersetzt, Google meint daß das Wort auf Deutsch „Lido“ bedeutet. Schon am Weg dahin sehen wir unzählige Gastronomiebetriebe, aber alle sind hinter einem Zaun und man muß zuerst den Badebereich betreten, bis man zur Gastronomie vordringen kann. Aufgrund der Bewertungen im Internet haben wir uns für A Muci Streetfood entschieden und die Entscheidung war gut. Es gibt eine Weizentortilla mit Rindfleisch und Salat und einer Sauce gefüllt. Ausgezeichnet. Und natürlich Soproni sör.



Der nächste Tag bringt uns ein paar Wolken, sodaß wir keine Lust auf ein Bad im Balaton haben und daher spazierengehen. Vom Camp über die Hauptstraße 1,2 km durch die Weinberge nach Westen und dann noch 300 m durch Wald nach Süden und danach alles zurück.



Am Abend essen wir bei dem Kiosk am Campingplatz. Auch in Ordnung aber kein Vergleich mit A Muci Streetfood.

 

Montag, 18.08.2025

Um 09:55 h brechen wir auf, fahren das Nordufer das Balaton entlang bis zum Ostende, biegen dort nach Süden ab auf die Autobahn M7 und fahren auf dieser vorbei an Szekesfehervar nach Budapest, wo wir um 13:20 h mit 61.950 km im Arenacamping in der Pilisi utca einen Stellplatz (keine Parzellen, freie Platzwahl) beziehen, den Evelyn per Email vorreserviert hatte.

Gleich beim Campingplatz gibt es eine Bushaltestelle und wenige Stationen weiter ist der U-Bahn-Endbahnhof Örs vezer tere. Wie in Prag dürfen Menschen über 65 alle Öffis kostenlos benutzen. Wir fahren mit der U-Bahn bis zum Kossuth Lajos ter und nach Verlassen der Unterwelt ragt das ungarische Parlamentsgebäude vor uns auf.Dann spazieren wir die Donau abwärts bis zur Szechenyi-Brücke. Dort vergönnen wir uns ein Bier und ein Cola. Danach gehen wir über die Brücke, die – vermutlich wegen des nahenden Nationalfeiertages – für jeden Fahrzeugverkehr gesperrt und nur für Fußgänger frei ist und wieder zurück, zum Deak Ferenc ter und quer durch die Innenstadt zu unserem Ausgangspunkt beim Parlament. Dann nehmen wir die U-Bahn zum Camping.



Wir haben festgestellt, daß es für die Hop on – hop off – Busse tickets zu verschiedenen Preisen gibt. Alle gelten für die gleichen Leistungen. Zwei verschiedene Bustouren, eine Bootsrunde auf der Donau und eine geführte Wanderung in Buda, dem westlichen Stadtteil. Der Unterschied liegt in der Gültigkeitsdauer, 24, 48 oder 72 Stunden. Wir erwerben Tickets für 48 Stunden, fahren wie gestern mit den Öffis ins Zentrum und Besteigen am Deak Ferenc ter dann einen Bus. 



Mit diesem fahren wir eine große Runde durch ganz Budapest und steigen ein paar Mal aus, um Detailerkundung zu machen. Sehr gut gefällt mir die Kaiserin-Sissy-Brücke. Wir bestaunen auch die zahlreichen Militärhubschrauber, die schon für morgen vorüben und vor dem Parlamentsgebäude über der Donau ein „Hubschrauberballett“ fliegen.



Zurück beim Wohnmobil meint Evelyn, daß sie schon seit drei Tagen an eigenartigen Kopfschmerzen leidet, die sich wie Stromschläge anfühlen. Ich sage, daß man so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen soll und wir daher besser unsere Reise abbrechen.

 

Mittwoch 20.08.2025

Gleich am Morgen packen wir ab und fahren über die Autobahn auf kürzestem Weg nach Villach. Der Weg von Budapest bis Österreich zieht sich. Unterwegs versuchen wir erfolglos zuerst in Hartberg im Gasthof Post und dann in Gundersdorf beim Florlwirt, ein Essen zu erhalten.

Um 17:05 h stellen wir das Wohnmobil mit 62.490 km zu Hause ab.

Wir sind 1.156 km gefahren.

 

PS.: Nach mehreren Arztkonsultationen im Laufe von zwei Wochen diagnostiziert die Neurologin der Privatklinik bei Evelyn eine massive Gehirnhaut- und Rückenmarkentzündung, hervorgerufen durch Borrelien. Nach drei Wochen stationärem Aufenthalt mit täglichen Infusionen von Antibiotika, wird Evelyn wieder als geheilt entlassen.

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T=6

TG=423

TJ=22

J=2.373

S = 41.203

 

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